Und eben so unrichtig ist auch Ihre Ansicht über IhrenAthanasius; das Buch hat eine vorherrschend politische Ten-denz ;es will das katholische Kirchcnrecht gegen die Protestantengeltend machen, und bestreitet somit ihre kirchliche und bürgerlicheBerechtigung in Deutschland; es will dasselbe Kirchcnrecht geltendmachen gegen dm Staat, und bestreitet demnach das heutigeStaatsrecht ebcnsowol als die papstlichen Allocutionen. Dazuwill es noch die Katholiken gegen die Protestanten, gegen ihrenprotestantischen König und Herrn aufregen, und durch Anregungvon religiösem Fanatismus und Haß die deutschen Confessioncnverfeinden, und so durch Vernichtung von Frieden und Eintrachtim Vatcrlande, dessen politische Starke und Macht brechen; cSwill eine fremde italische Macht über unsere Fürsten und Landcs-gesctze stellen.
Sie legen uns da ein willkommenes Geständniß ab, wennSie sagen, alle Hindcutungcn auf mögliche politische Gefahrenhaben in Ihrer Seele nicht haften noch Sic andern Sinnes ma-chen können; die politische Einheit sei zwar in Zeit der Gefahrenhochmüthig und Sie thuen Ihrerseits nichts, was dieselbe gefähr-den könne; aber diese politische Einheit verschwinde Ihnen vorder religiösen, und Sie wollen jene um den Preis dieser nichthingeben. Diese letztere solle man gestatten, die billigste allerForderungen.
Das ist nun die stereotype Sprache des Ultramontanismus.Unter kirchlicher Einheit Deutschlands können Sie doch nur diekatholische verstehen; denn allgemein genommen ist Deutschlandseit der Reformation kirchlich getrennt, und diese Trennung isteine Thatsache. Die kirchliche Einheit im Katholicismus ist abervon keinem Staate angefochten, am wenigsten von Preußen.Was Sic aber unter jener kirchlichen Einheit verstehen, dasist die unbeschränkte Herrschaft der Päpste in der deutschen Kir-che, die damit begann, ihre Unfehlbarkeit geltend zu machen, unddamit endigte, die Protestanten kirchlich und bürgerlich rechtloszu machen, und die deutschen Rcichsgrundgesetze, wie die Staatö-gesctze, umzuwerfen. Diese kirchliche Einheit meinen Sie, eine
Ullendorf, der «st« Triarier, I'i