C i n l e i t u n g.
Die alttestamentliche Chronologie bedarf noch sehr der Auf-klärung. Man findet über dieselbe, selbst in den Schriftengelehrter Schriftforscher sowohl als Geschichtschreibcr noch garmanche irrige Ansichten, und doch ist es von großer Wichtigkeitfür beide, möglichste Gewißheit hierin zu haben. Dem Schrift-forscher erhält manche Begebenheit erst dadurch ihr rechtes Licht,daß er erkennt, in welchem Zeitverhältniß sie eintritt. Amnur ein Beispiel anzuführen: Jakob sagt 1 Mose XAVII. 9,zu Pharao: »die Zeit meiner Wallfahrt ist 130 Jahr, wenigund böse ist die Zeit meines Lebens, und langet nicht an dieZeit meiner Väter in ihrer Wallfahrt.« Wenn man hiebe!nur an Jakob's Vater Isaak, welcher 180 Jahr alt ward, undseinen Großvater Abraham, welcher ein Alter von 17? Jahrenerreichte, denkt: so haben diese Worte Jakob'S keinen rechtpassenden Sinn; denn wovon wußte denn Jakob, daß er derenAlter nicht auch noch wohl erreichen könnte? Wenn man aberaus der chronologischen Berechnung der einzelnen Data ersieht,daß Jakob noch 18 Jahre mit Salah, welcher 433 Jahr altwurde, ?v Jahre mit Sem, welcher im Alter von 600 Jahrenverstarb, und 79 Jahre mit Eber, welcher ein Alter von464 Jahren erreichte, zugleich gelebt hat, denn versteht manjene seine Worte erst recht. Dem Geschichtforscher aber ist es,wenn er Begebenheiten aus der biblischen Geschichte, welche indie Profangeschichte eingreifen, ihren richtigen Platz in dieseranweisen will, unumgänglich nothwendig, zu wissen, in welcheZeit die biblischen Begebenheiten, denn nach der biblischen