288
D a m p f.
der Dampf dem Kiihlwasser einer Dcstillirblase milllicille, wor-aus aber nur 430° C. gefunden wurden. Nachher slellLe Wattdrei Reihen von Versuchen an, 1765, 1781 und 1783, und fandaus der zweiten die latente im Mittel = 530° C., aus der letz-ten aber 560° C., wonach ihm das Resultat der ersten — 666° C.als irrig erscheinen mufste b Watt befolgte bei diesen Versu-chen diejenigen Methoden, durch welche andere Physiker nach-her ähnliche Resultate erhalten haben, und welche in der Haupt-sache folgende sind.
Fig. 1. Eine kupferne Retorte A mit einem Hahne a wird mit
102 A • 1 2' einer gewogenen Quantität Wasser gefüllt, und über der Koli- !
lenpfanne B bis zum Sieden erhitzt, dann die Spitze vermittelsteines festschliclscnden Korkes in den Hals b der mit einer ge-messenen Quantität Eis gefüllten Vorlage C gesteckt und derHahn geöffnet, bis eine gewisse Quantität Eis geschmolzen istworauf man den Halm wieder schliefst. Die Quantität des ver-dampften Wassers aus dem Gewichtsverluste der Dampfkugelund der Gewichtsvermehrung der Vorlage bestimmt, dann aberhieraus und aus der Quantität des geschmolzenen Eises die la-tente Wärme des Dampfes berechnet. Soll dieser Versuch ge-naue Resultate geben, so mufs er bei 0° äufserer Temperaturangestcllt, oder die Vorlage mit Eis umgeben werden, damit Jnicht durch die Einwirkung der von Aul'sen cindriiigendenWärme eine Quantität Eis schmelze. Nach G. G. Schmidt 1schmelzt der siedend heifsc Dämpf auf diese Weise 5, 4 mal s# Jviel Eis als das siedende Wasser, und seine latente Wärme ist 1daher 540° C.
2. Statt einer Vorlage mit Eis kann man auch eine Vor- jläge mit Wasser nehmen, und die latente Wärme aus der Ver-mehrung seiner Temperatur nach dem liichmannschen Gesetx^
1 Watt bei Piobison a. a. O. II. 10. Nach Unr; Dict. of Chemistry,Art. Caloric erzählte Watt kurz vor seinem Tode , dafs er sich anfangs ;blofser Apotheker-Phiolen bedient, und damit die AusdehnungDampfes = 1728 fach gefunden habe, desgleichen dafs ein ICubikzohDampf sechs Kuh. Z. Wasser, von der gewöhnlichen Temperatur bis au..Siedehitze erwärme.
2 Naturi. I. 294. aus seinen ausführlichen Versuchen hei GreaÜJ. IV. 312.