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Verhandlungen der am 18. Juli 1842 abgehaltenen 4. Generalversammlung der Aktionäre der k. k. priv. Wien-Raaber Eisenbahn-Gesellschaft
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Geehrte Herren!

cit der letzten General-Versammlung ist die Bahn von Wien nach Gloggnitz vollendet, allmählig eröffnet und bis I. diesesMonats von mehr als einer Million dreimal Hundert Tausend Personen befahren worden, ohne daß wir dabei einen Unglücks»fall zu beklagen hätten.

Wir haben die gegenwärtige General-Versammlung aus dem Grunde später anberaumt, damit wir Ihnen einenmöglichst vollständigen Ausweis über den Kosten-Aufwand, den Rechnungsabschluß mit Ende Juni d. I. und mit diesem einen, 'auf den größeren Theil der Bahn, nämlich die Strecke von Wien bis Neustadt sich beziehenden, ein volles Jahr umschlie-ßenden Erträgniß-Ausweis vorlegen können, welcher Anhaltspunkte gewährt, um den zu erwartenden künftigen Ertrag wenigstensannähernd Zzu berechnen.

Der Bauführer und Betriebsleiter M. Schönerer wird die Ehre hüben, Ihnen die bisherigen Kostender Bahn, derMaschinen-Fabrik und ihre Erträgnisse auseinanderzusetzen.

Nun folgte der iip der Beilage ^4. angeschlossene Bericht, welchen Herr M. Schönerervorlas, wornach der Herr Präses fortfuhr:

Aus diesen Rechnungsabschlüssen ersehen Sie, daß zwar die Kosten des Baues die Voranschläge übersteigen;allein die Ursachen davon sind Ihnen gehörig dargelegt worden. Die Aufwendung der nachgewiesenen Kosten findetihre Rechtfertigung in der, bei einer so frequent befahrenen Bahn unbedingt wöchigen Solidität des Baues in allen seinenTheilen, und dem sehr großen kunüus inst: uctus, ferner in dein unerläßlichen äußeren Anstände unserer, für die Bewohnerder k. k. Haupt- und Residenzstadt vorzüglich bestimmten Bauten und inneren Einrichtungen, endlich in den bisherigenErgebnissen des Betriebes, die eine lohnende Verzinsung des Bauaufwandes erwarten lassen.

Vergleicht man nämlich den Neinertrag des Bahnbetriebes von st. 334,433 » 43 kr.

und jenen der Maschinen-Fabrik mit fl. 70,939 » 27 »

» Zusammen: mit fi. 405,373 » 10 kr.

mit dem bis Ende Juni d. Js. successive verwendeten Kapitale, und zwar für denBahnbau inclusive der Preßburger Bahn mit . fl. 9,040,759 . 31 kr.und für die Maschinen-Fabrik mit . ...... 555,399. 5 »

Zusammen . fl. 9,596,158 . 36 kr.

so zeigt sich über die nach Beilage Ä. bezahlten 4procentigen Interessen pr fl. 359,997 » 19 kr.

noch ein Ueberschuß von . fl. 45,375 >> 51 kr.

welchen wir einstweilen aüf die Rechnung des künftigen Jahres in einen separaten Conto übertragen, daher wir Ihnen dieFortsetzung der Auszahlung der 4 prozentigen Interessen mit nm so größerer Beruhigung vorschlagen zu können glauben, als wirin Erwägung, daß der Waaren-Transport erst in: November v. I. eingeleitet werden konnte, und erst im Dezember sichmehr zu entwickeln begann, daß ferner die Bahnstrecke von Neustadt nach Neunkirchen erst am 24. Oktober vorigen, und jenevon Neunkirchen nach Gloggnitz sogar erst am 5. Mai dieses Jahres eröffnet wurde, daß endlich die Erfahrung bei allenBahnen in dem Maße der zunehmenden Ausbildung des wechselseitigen Verkehres ein immerwährendes Steigen der Personen-Frequenz herausstellt, nur einen: noch günstigeren Resultate für die Folgezeit entgegen sehen dürfen.

Sämmtliche anwesende Mitglieder der General-Berscumnlnng sprachen sich als einverstandenmit diesem Antrage aus; hierauf fuhr der Herr Präses fort:

Mit Hinblick auf diejenige:: Auslagen, welche bisher auf die über Bruck an der Leptha nach Prcßburg undRaab zu führende Bahn verwendet und welche'Ihnen mit fl. 950,000 in der Beilage ausgewiesen wurden, sehen wiruns aufgefordert, Ihnen die Gründe darzulegen, wclchx uns bestimmten, den angefangenen Bau dieser Bahnstrecke einzustellen.

Die erste Veranlassung hierzu gaben zwei Beschlüsse des letzten ungarischen Landtages, wodurch zuerst eine an:linken Donaulandc projectirte, von Pesth über Preßburg nach Wien gehende Eisenbahn, und später die nnserige ebenfallsvon den ungarischen Ständen auf das Kräftigste unterstützt wurde.