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Die Eisenbahnen mit Anwendung der gewöhnlichen Dampfwägen als bewegende Kraft über Anhöhen und Wasserscheiden sind ausführbar : ein Vorschlag
Entstehung
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Zur Emporhebung einer bestimmten Last auf eine gegebene Höhe wird ein verhiiltnissmiissiger Ivraft-und Zeitaufwand erfordert. Soll der Hebungsmoment in verticaler Richtung ausgeübt werden, so wird dieseverhältnissmiissige Kraft und Zeit ganz in Anspruch genommen-, geschieht hingegen die Hebung in schieferRichtung, so wermindern sich diese beiden handelnden Grössen im Verhältnisse zu dem Winkel, nach wel-chem die Hebung bewerkstelliget wird. Also je geringer der Winkel, desto grösser der Nutzeffect der Kraft,mag diese nun beschaffen sein, wie sie nur immer will, und jedes Ankämpfen gegen diesen unbestreitbarenGrundsatz kann nur ungenügende Ergebnisse hervorbringen. Er Maltet unbeschränkt und umviderlegt so-wohl in jedem thierischen Mechanismus, als in den geistreichsten Combinationen der künstlichen Mechanik,und der Nutzeffcct des einen, so wie der andern, Maren von jeher und Morden immer die gleichen bleiben.

Wenn die Ergebnisse des thierischen Mechanismus bei der Fortschaffung der eigenen Last über Anhöhenbeobachtet werden, so ergibt sich, dass der Hebungsmoment in der Natur sowohl bei Menschen als beiden Thieren niemals in verticaler, sondern immer in schiefer Richtung geschieht. Hieraus ist Zweifels ohnedie Theorie der Kehrungen zur Fortschaffung von Lasten zuerst an Fussteigen, dann an Sauimvegen undendlich an den Kunststrassen entstanden und kein Fortschritt in der Mechanik wird diesem Princip einenwirksameren zu unterstellen vermögen. Und wie es der Kunst vornehmlich seit den letzten fünf Deceniengelungen ist, alle Hindernisse des Terrains überwindend, den schwersten Lasten über die höchsten Wasser-scheiden von Europa den Weg zu bahnen; dieses Resultat aber nur durch eine künstlich ausgedehntere An-wendung der von der organischeu Natur in allen ihren derartigen Verrichtungen bei der Fortschaffungschw-erer Körper angedeuteten Kehrungen erreicht Morden konnte, eben so gut, ja sogar noch viel leichterkönnen die Eisenbahnen, und auf diesen als bewegende Kraft die Dampfwagen, angewendet Merden.

Obschon dieses System vielfältig angeregt und vielleicht als das einzige Mittel zur Erreichung des beab-sichtigten Zweckes anerkannt Morden ist, so scheint es doch, dass in Ansehung der gedehnten Krümmungen,welche die Eisenbahnen erheischen, dasselbe für unausführbar gehalten sei. Gleicher Meinung Mar ich selbstnoch bis vor Kurzem; doch die fortgesetzte Beobachtung der Resultate auf der a. pr. Kaiser FerdinandsNordbahn, als der Eisenbahn , welche auf dem Continente die grösste zusammenhängende Linie darstellt,so m ie die Wahrnehmung der täglichen Verrichtungen der Dampfw-ägen auf derselben, haben mir die Ueber-zeugung klar vor Augen gestellt, dass die Eisenbahnen leichter als selbst Chausseen über Anhöhen aus-zuführen sind.

1. Weil sie weniger Raum als diese einnehmen, und

2. weil die bewunderungswürdige Einrichtung der Dampfwagen, vermöge M'elcher dieselben sowohl invor - als rückwärtiger Richtung ihren gleichen Dienst leisten, jeden Krümmungshalbmesser für die Wen-dungen entbehrlich macht.

Demnach sei es mir vergönnt, den vielen über diesen höchst wichtigen Gegenstand gemachten Vor-schlägen noch einen anzureihen — es ist diess ein Versuch, w-elcher in sich selbst höchst einfach ist, weiler nur die Ausdehnung der bisher bekannten und in das praktische Leben bereits getretenen Mittel bezwektund folglich keinen Anspruch auf Originalität macht, hingegen aber auch keinem Zweifel über seine Aus-führbarkeit und Anwendung Raum gibt.

Es freut mich hierbei envähnen zu können, dass ein ähnliches System, sicherem Vernehmen nach, be-reits vor drei Jahren von Seite des k. k. wirklichen Hofrathes und General - Directors der k. k. österrei-chischen Eisenbahnen, Ermenegildo Francesconi, bei Gelegenheit einer schwierigen Eisenbahn-Tracirung motivirt und mehreren Personen von Auszeichnung mitgetheilt M orden sei ; allein der Ge-genstand wurde damals nicht weiter verfolgt, auch blieb mir der Vorgang bis vor Kurzem gänzlich unbe-kannt, und mir kann es demnach nur angenehm sein, durch die Umstände gedrängt, zur Auffassung einergleichen Idee gelangt zu sein.

Bevor ich mich indessen in die nähere Entwicklung dieser Idee weiter einlasse, setze ich, wenigstensunter den Technikern, als allgemein bekannt die Theorie voraus, dass bei Tracirungen von Eisenbahnen M'ievon andern Strassen die gerade Linie und die horizontale Projection jeder andern Abweichung von dieser,so lange die Terrainverhältnisse es nur immer gestatten, vorzuziehen sind, so wie es sich von selbst