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Die Eisenbahnen mit Anwendung der gewöhnlichen Dampfwägen als bewegende Kraft über Anhöhen und Wasserscheiden sind ausführbar : ein Vorschlag
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vor, indem ich die Anwendung der Kehrplätze, wie sie bei Kunststrassen Vorkommen, zur Entwicklung einer derzu übersteigenden Höhe angemessenen Bahnlänge, wegen der für eine Eisenbahn als unerlässlich erachtetenbedeutenden Krümmungshalbmesser, und des in solchen Gegenden gewöhnlich beschränkten Raumes damalsmit allen andern Ingenieuren als unzulässlich glaubte.

Seither, mit der Tracirung und der practischen Ausführung von Eisenbahnen beschäftiget, überzeugteich mich je länger je mehr von der Nothwendigkeit eines Mittels, wodurch die Anhöhen leicht, schnell undsicher überstiegen werden könnten, und -wodurch allein eine der empfindlichsten Lücken im Principe derEisenbahnbaukunde ausgefüllt werden würde.

In der Hoffnung, bezüglich dieses Gegenstandes irgend einen Fortschritt wahrzunehmen, unternahmich im vorigen Sommer eine flüchtige Rundreise auf den Eisenbahnen des Continents, — allein dieselbewar darum fruchtlos , da an keiner der von mir bereisten Eisenbahnen die Frage auch nur um einenSchritt näher ihrer Lösung entgegen gerückt war, indem die meisten Eisenbahnen bisher nur als unzusammen-hängende Bruchstücke jenes grossen Eisenbahnnetzes, welches nunmehr auf dem Continente und vornehm-lich in den deutschen Bundesstaaten sich nach allen Richtungen verbreiten zu wollen scheint, angesehenwerden können.

Selbst in Belgien, wo bisher den Eisenbahnen die gedeihlichste Pflege gewidmet wurde, ist kein Fort-schritt hierin gemacht worden, indem zur Uebersteigung der Anhöhe von Ans, welche gegen 100 Meter überder Niederung der Maas bei Lüttich erhaben liegt, das Princip der geneigten Flächen nach einem grösserenMassstabe angewendet wird. Allein hierbei zeigt es sich eben, dass die Durchführung dieses Princips, so-bald es auf namhaftere Strecken ausgedehnt werden muss, seiner Natur nach mit riesenhaften Schwierigkeitenzu kämpfen hat und mit den empfindlichsten Geldopfern verbunden ist, und dass am Ende, wenn diese be-siegt sind, die Sache an und für sich selbst eine Unvollkommenheit bleibt, deren Handhabung beständiggrössere Auslagen und eine vermehrte Aufmerksamkeit erheischt, indem die vielen Vorrichtungen, welchegleichzeitig mit der verwickelten Construction und mit dem noch schwierigeren Betriebe gegen die damitverbundenen Gefahren auf solchen geneigten Flächen entstanden sind, eben das Vorhandensein von Gefahrnur allzusehr beurkunden.

Uebrigens ist es durchaus nicht die Aufgabe dieser Mittheilung, auf den Werth oder Unwerth allervorher zwar nur flüchtig berührten Hilfsmittel zur Uebersteigung von Anhöhen näher einzugehen oder jenecritisch zu beleuchten. Es wäre das nur eine Wiederhohlung dessen, was manche geübtere Feder bereits mitaller wissenschaftlichen Gründlichkeit getlian hat — doch der geringe Erfolg, welcher daraus für das prac-tische Leben hervorgegangen, beweist nur zu sehr, dass hier noch ein weites Feld zu Vervollkommnungendem Techniker offen steht, und dass bei dem imposanten Aufschwung, in welchem heutigen Tages dieEisenbahnen begriffen sind , es die höchste Zeit ist, die Versuche hierüber zu verdoppeln.

Erwähnenswerth aber ist es jedenfalls, dass Belgien in letzterer Zeit die ersten seiner Techniker nachEngland geschickt hat, um dort die Fortschritte über diesen wichtigen Punkt zu beobachten, hauptsächlichaber, um über die Mittel zu berathen, durch welche die Frage einer entsprechenderen Lösung näher gebrachtwerden könnte.

Es ist besonders in Lüttich, in der Richtung der Eisenbahn gegen Verviers und gegen die französischeGrenze den Ardennen entlang, dass Belgien die Anwendung dieser aussergewöhnlichen Hilfsmittel auf seinenEisenbahnen bedarf. Und doch sind die in Belgien von der Natur gegen die Entwicklung der Eisenbahnen inden Weg gelegten Hindernisse mit den meisten jener Länder des Continents, wo dermalen der Bau vonEisenbahnen beschlossen ist, durchaus nicht zu vergleichen, daher für diese die Auffindung einer durch-greifenden Verbesserung hierin zur unerlässlichen Nothwendigkeit geworden ist.

Allein die Erreichung dieses Zweckes wird erst dann möglich sein, wenn man zuvörderst allen Illu-sionen entsagt — wenn man zur Anerkennung gelangt, dass die Dampfkraft sowohl, als auch die Mecha-nik ihre Grenzen haben, und wenn die Frage überhaupt, wie früher bereits erwähnt, auf das Gebiet der all-gemeinen Naturgesetze zurückgeführt wird.