Die Eisenbahnen sind so anzuordnen , dass sie ,während sie möglichst wenig zu bauen kosten ,mit den möglichst einfachen und geringen Kraft-mitteln überall ohne Unterbrechung befahrenwerden können. Crclle, Journal für die Baukunst.XIII. Band.
Schon beim Entstehen der Eisenbahnen, und namentlich seit der erfolgreichen Anwendung der Loconiotiv-Maschinen als bewegende Kraft auf denselben, stellte sich der durchgreifenden und allgemeinen Anwendungdieses vorzüglichsten unter den bisher bekannten Communications-Mitteln die Ueberschreitung der Gebirgeals eine Hauptschwierigkeit entgegen, und viele ausgezeichnete Techniker haben seitdem, wenn gleich mitgrossem Scharfsinne, doch bisher immer nur ungenügend, die Bekämpfung dieser Schwierigkeit versucht.
In dem Masse indessen, als die Eisenbahnen mit Ueberwindung unzähliger physischer, moralischerund üconomischer Schwierigkeiten sich dennoch immer mehr und mehr ausdehnten, und in fast allencultivirten Ländern beider Hemisphären zuerst schüchtern und vereinzelt, so wie ihrem Wesen gemäss anden zum Baue leichtesten, zugleich aber auch gewerbreichsten Gegenden dennoch festen Fuss fassten , dasvöllig an’s Fabelhafte grenzende Ergebniss der Leistungen aber das Bediirfniss ihres Zusammengreifens,durch welches der Zauber ihres Wirkens sich allein in seinem wahren Lichte darstellen kann, täglichfühlbarer machte, trat auch die Nothwendigkeit der Ueberwältigung aller, die Erreichung des allgemeinenZweckes noch hindernden Terrainsclnvierigkeiten um so dringender hervor. Die Versuche hierzu ver-vielfältigten sich fast ins Unendliche, aber dennoch wurde bisher die befriedigende Lösung dieser, dieallgemeine und unbedingte Anwendbarkeit der Eisenbahnen bezweckenden Aufgabe dadurch nicht her-beigeführt.
In den ersten Zeiten der Eisenbahnen sind die von Stephenson und Wood vorgeschlagenen geneig-ten Flächen mit feststellenden Dampfmaschinen bei mehreren Eisenbahnen in England angewendet worden,an welchen aber gleichzeitig mehrere Mängel, theils w'egen der grossen Kosten sowohl ihrer Herstel-lung als ihres Betriebes und tnterhaltes, theils wegen des damit verbundenen Zeitverlustes, und theilsendlich wegen der ungenügenden Sicherheit der Fahrten an den Tag gekommen sind, wobei sich nochherausgestellt hat, dass die im Verhältnisse zu der Steigung der geneigten Flächen eintretende Abnahmeder Adhäsion der Triebräder auf den Schienen einen wesentlichen Einfluss auf die Fortschaffung der Lastenauf denselben, besonders da, wo diese mit Locomotiven versucht wurde, ausübt. In der Meinung, diesemUebel zu steuern, hat Blenkinsop verzahnte Räder, welche in verzahnte Schienen eingreifen unddadurch die Adhäsion vermehren sollten, angewendet; Vaucanson und Chapman haben statt derverzahnten Schienen straffgespannte Ketten, in deren Glieder die verzahnten Räder eingreifen, in Anwen-dung gebracht; Vignoles und Ericson glaubten den Zweck durch Vermehrung der Friction, mittelstAnbringung einer dritten aufrechten Schiene in der Bahnmitte, woran sich zwei horizontale Räder reiben,zu erreichen; David Gordon schlug Stachelräder und mechanische Pferdefilsse, welche sich wie derPferdehuf bei Uebersteigung einer Anhöhe in den Boden Stämmen, vor, und Wood, de Pambour undMinard haben hierüber sehr schätzenswerthe wissenschaftliche Abhandlungen veröffentlicht.
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