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Geneigte Ebenen mit Locomotiven-Betrieb : ein durch die Erfahrung erprobtes Mittel zur Vermeidung stehender Dampfmaschinen und zur wohlfeileren Herstellung von Eisenbahnen in Gebirgsgegenden
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Die Kraft, welche abgesehen von der Reibung nöthig ist, um eine Last einegeneigte Ebene hinaus zu ziehen, ist gleich einem bestimmten Thcilc dieser Last, welchergesunden wird, wenn man die senkrechte Höhe der geneigten Ebene durch ihre Länge dividirt.Hat eine Bahn z. B. 20 Fnß Höhe ans 0000 Fuß Länge zn ersteigen, so ist der Quotientz-^, und es muß zur Ersteigung dieser geneigten Ebene die Zugkraft um den dreihundertstenTheil des Gewichtes des ganzen Wagcnzuges, gegen die ans einer horizontalen Bahn erfor-derliche Zugkraft, vermehrt werden. Ans diesem Grunde ist es üblich, die Steilheit geneigterEbenen (gewöhnlich Steigung, Gefälle oder Neigung der Bahn genannt) durch den Bruchauszudrücken, den man erhält, wenn man ihre Höhe durch ihre Länge dividirt.

Die Kraft zur ttcberwindung der Reibung, oder, was Dasselbe ist, die ans horizontalerBahn erforderliche Zugkraft ist ans guten Bahnen z^, bei minder guten bis ^ desGewichtes der Wagcnzüge. Es ist also ans einer geneigten Ebene von Steigung beimHinausfahren an Zugkraft erforderlich: Z5 zur Ncbcrwindnng der Reibung und ^ zumHinausziehen der Last, folglich im Ganzen des Gewichts der Wagcnzüge. Es muß mithinbei einer solchen Steigung im Vergleiche zu horizontaler Bahn schon das Doppelte derKraft angewendet, oder, was das Nämliche ist, es kann mit derselben Kraft nur die Hälfteder Ladung hinausgezogen werden.

Die Last, welche man mit einer gewissen Kraft geneigte Ebenen hinausziehen kann,nimmt sehr stark ab, wenn die Neigung steiler wird.

Ist die Neigung z. B.

Zg : so ist die nöthige Zugkraft -ss Z?

100 t. - - - 10» "ft Zöö Zoo/

'so' : - - ' so' " ft Zoo Zoo*

Man kann also mit derselben Kraft im ersten Falle unr im zweiten ^ und im drittender Last hinausziehen, welche man in der Horizontale bewegen könnte.

Bei dem Betriebe mit Locomotiven stellt sich aber das Verhältnis' noch ungün-stiger, weil sie ihr eigenes Gewicht mit hinausziehen müssen, und dieses noch von der nutz-baren Last in Abzug kommt. Dieser Umstand wirkt so stark, daß bei einer Neigung vongewöhnliche Locomotiven selten im Stande sind, mehr als ihr eigenes Gewicht hinauf zufahren.

Es ist also keine günstige Bedingung für die Wirksamkeit der Locomotivenkrast,wenn man sie zum Hinausfahren steiler Bahnen verwendet. Zwei gleich starke Locomotivenwerden in einem Falle, wo wegen der Steigung doppelte Zugkraft erforderlich ist, nicht