Frage 9S, 93, 94, 95. 141
Geist fordert hier alle Menschen auf, die Götzen zu ver-lassen und Ihm dem einigen, wahrhaftigen, ewigen Gottdie Ehre zu geben.
Dem alt- und ncu-testamcntlichen Israel Vorzugs- »weise, aber auch den Heiden selbst hat der Herr sich nichtunbezeugt gelassen, so daß selbst die Heiden nicht einmalEntschuldigung für den Götzendienst haben.
Römer 1, 19-21. Denn daß man weiß, daß Gott sei» ist ih-nen offenbar; denn Gott hat es ihnen geoffenbaret, damit, daßGottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gott-heit, wird ersehen, so man dcß wahrnimmt an den Werken, näm-lich an der Schöpfung der Welt; also, daß sie keine Entsckuldi«gung haben. Dieweil sie wußten, daß ein Gott ist, und habenihn nicht gepriesen als einen Gott, noch gedanket; sondern sindin ihrem Dichten eitel geworden, und ihr unverständiges Herzist verfinstert. Ps. 95, 3— 7. Apostelg. 14, 17. (Sonntag 9).
Das erste Gebot verbietet:
1. die grobe Abgötterei, die darin besteht, daß der
Mensch außer Gott etwas für Gott hält odergöttliche Ehre erweiset,
Grobe Götzendiener, welche die Creaturcn wie Gott »verehren und anbeten, nennt man Heiden. Zur grobenAbgötterei gehört auch Zauberei, Anrufung der Heiligenoder anderer Crcaturen und abergläubigcr Segen;
2. die feine Abgötterei, die darin besteht, daß der
Mensch etwas mehr liebt, fürchtet und ehrt alsGott, oder einer Creatur größeres Vertrauen schenkt.
Feine Abgötterei ist der Eigendünkel, wenn man sich »über Alles liebt, Ungehorsam gegen Gott, Geiz, wenn mandie irdischen Güter zum Abgott macht, Wollust, Hochmuth,Menschenfurcht, unrechte Furcht vor bösen Geistern unddem Teufel, falsche Menschengefälligkeit u. s. w.
Zeremia 17, 5. Verflucht ist der Mann, der sich auf Men-schen verläßt, und hält Fleisch für seinen Arm, und mit seinemHerzen vom Herrn weicht. Matth. K, 24. Coloss. 3,5. 1 Tim.ö. 17. Philipper 3, 19.
Geboten ist dagegen im ersten Gebote:
1. Wir sollen Gott recht erkennen, sowohl nach seinemWesen und nach seinem Willen, wie auch nachseinen Wegen und Führungen.