Fragt SS, SS, 90, 01.
* Dieser Sonntag handelt Fr. 88 — 90 von dem Ur-sprung der guten Werke, nämlich der Bekehrung, Fr. Stvon der Beschaffenheit der guten Werke.
Fr. SS. Die Bekehrung ist dasjenige Werk deS heiligen Gei-stes am Menschen, wodurch der Sünder kräftig undganz vom Bösen zum Guten verändert wird. Die Be-kehrung beginnt mit der Wiedergeburt, und wird in derHeiligung fortgesetzt. Die heilige Schrift nennet dieseVeränderung im Menschen daö Ablegen des alte»und das Anziehen des neuen Menschen.
Ephesee 4, 22— 2 t. Leget von euch ab. nach dem vorigenWandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Zrrthum sichverderbet. Erneuert euch aber im Geist euers Gemüthes, undziehst den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist inrechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.
» Darum heißt die alte Natur ein Mensch, weil dieSünde den ganzen Menschen, nach Leib und Seele undnach allen Kräften, Verstand, Willen und Begierden ver-derbt hat. Alt heißt sie, weil die Sünde uns von Adamangcerbt ist, und abgelegt werden muß, Coloss. 3,9—10.Der in der Bekehrung erneuerte Sinn des Menschen wirdein neuer Mensch genannt, weil die Bekehrung denganzen Menschen erfassen und wirklich erneuern soll.
Fr. SS. Bei der Bekehrung des Menschen kann man unter-scheiden :
1. die Erkenntniß der Sünde;
2. die Reue;
3. das Bekenntniß und die Bitte um Vergebung;
4. das Hassen und Fliehen der Sünde;
5. die Lust zu allem Guten.
Zum kstcn Stücke, zur wahren Sünden erkenntnißgehöret:
I. die Erkenntniß deS allgemeinen Sündenelendes;
S. die Erkenntniß des eigenen Verderbens, mnd der ei-genthümlichen oder Lieblings-Sünden;
Z. die Erkenntniß der Schändlichkeit, Schädlichkeit undStrafbarkeit der Sünde.