Sonntag LS. IIS
3. Die Jünger glaubten an keine Verwandlung. Sie
nennen das beilige Abendmahl ein Brodbrechcn,Apostclg. 2, 4g. I Cor. 10,16 wird das Abend-mahl eine Gemeinschaft des Leibes und Blu-tes Christi genannt.
4. Tie Verwandlung ist gegen die Würde Christi, da
z. B. geweihte Hostien, also der Leib Christi, derVerwesung unterworfen sind, welches mit Psalm16, 10 und Apost. 2, 2? streitet.
5. Die Vernunft und Erfahrung geben uns auch viele
Gründe gegen diese Lehre, z. B. die Hostie bleibtvor und nach der Einweihung ganz dieselbe. DieseLehre ist nicht über die Vernunft, wie andereGlaubensartikel, in welchem Fall 2 Cor. 10, 5.Anwendung findet, sondern gegen dieselbe.
Daß Christus das Brod seinen Leib und den Kelchssein Blut, oder das neue Testament in seinem Blute nennt,geschiehct nicht ohne große Ursache:
a) weil Brod und Wein Zeichen von dein Leib undBlut des Herrn sind, so erhält das Zeichen denNamen der bezeichneten Sache;
b) weil sie Pfand und Siegel von der bezeichneten
Sache sind.
Diese Art zu reden ist im gewöhnlichen Leben und «namentlich in der h. Schrift sehr gebräuchlich, z. B. 1 Mos.41, 26. Daniel 4, 17 — 19. Luc. 8,11. 1 Cor. 10,4.— Schon vor der Einsetzung des h. Abendmahls sagtJesus Joh. 6, Z5. »Mein Fleisch ist die rechte Speise,mein Blut ist der rechte Trank," und gibt im 63. VerSselbst die Erklärung, daß er eine geistliche Vereinigungdurch den Glauben meine.
Die evangelisch-lutherische Kirche lehrt von der Ge-genwart Christi im h. Abendmahl, daß der wahre Leibund Blut Christi unter der Gestalt des Brods undWeins, (in, mit und unter) im h. Abendmahle gegen-wärtig sei, und da ausgethcilet und genommen werde.
Die evangelisch-reformirte Kirche lehrt: Christus seiauf eine höhere, sacramentliche Weise, nach seiner Maje-stät, Geist nnd Gnade den Gläubigen nahe, um ihnen