Druckschrift 
Christlicher Religionsunterricht nach Anleitung des Heidelbergischen Catechismus
Entstehung
Seite
98
Einzelbild herunterladen
 

SS Frage 39, Kl), 6t.

Die Früchte der Rechtfertigung sind diesseits Friedeund Freude mit Gott in Christo Jesu, das Zengniß derKindschaft durch den h. Geist, getroster Muih in allenLeiden der Zeit und selbst im Tode; jenseits das ewige,selige Leben.

2oh. 14, 2?, Den Frieden lasse ich euch, meinen Friedengebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. EuerHerz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Rom. 5, l5. (Fr. 21.)

Zes. 45, 24. Zm Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke.

Sonntag XXIV.

Frage 62. Warum können aber unsre guten Werke nicht dieGerechtigkeit vor Gott, oder ein Stück derselben sein?

Antwort. Darum, daß die Gerechtigkeit, so vorGottes Gericht bestehen soll, durchaus vollkommen unddem göttlichen Gesetze ganz gleichförmig sein muß: undaber auch unsre besten Werke alle unvollkommen. undmit Sünden beflecket sind.

Frage 63. Verdienen aber unsre guten Werke nichts, sosie doch Gott in diesem und dem zukünftigen Lebenwill belohnen?

Antwort. Diese Belohnung geschieht! nicht auöVerdienst, sondern aus Gnaden.

Frage 64. Machet aber diese Lehre nicht sorglose undverruchte Leute?

Antwort. Nein, denn es unmöglich ist, daß die,so Christo durch wahren Glauben sind eingepflanzet, nichtFrucht der Dankbarkeit sollten bringen.

Die 62ste Frage zeiget, daß unsre Werke nicht Grundunsrer Rechtfertigung sein können; die 63stc Fr. weiseteine Belohnung aus Gnaden für die guten Werke derWiedcrgebornen nach; die 64ste Frage beweiset die Un-Haltbarkeit deS Vorwurfes, daß die evangelische Recht-fertigungslehre sorglose und verruchte Leute mache.