Einleitung 9
Gesegnet aber kann daö Lesen des Wortes GottcSnur dann werden, wenn dasselbe geschichet:
1. Mit betender Vorbereitung und Sammlung des Ge-
niütheö.
Ps. 119, 18. Oeffne mir die Augen, daß ich sehe die Wun-der an deinem Gesetze.
Cpbeser I, 17. Der Gott unserS Herrn Zesu Christi, derVater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit undder Offenbarung zu Seiner selbst Crkenntniß. Vers 18—23.
L. Unter steter Andacht und willigem Geiste, zu glauben
und zu folgen.
Zosua I, 8. Laß das Buch dieses Gesetzes nicht von deinemMunde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, auf daßdu haltest und thuest allerdinge nach dem, was darinnen geschrie-ben stehet. Alsdann wird dir's gelingen in Allem, was du thust,und wirst weislich handeln können.
Joh. 17, 17. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihrsolches thut. Zacobi 1, 22 — 25.
3. Mit Anwendung auf uns selbst.
Luc. 6, 41. Was stehest du aber de» Splitter in deinesBruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nichtgewahr.
Rom. 15, 4. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist unszur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trostder Schrift Hoffnung haben. 2 Sam. 1—7.
4. Oft und anhaltend.
Ps. I, 2. Wohl dem, der Lust hat zum Gesetze des Herrn,und redet von seinem Gesetze Tag und Nacht.
2 Petri I, 19. Wir habe» ein festes prophetisches Wort; u»dihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das dascheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und derMorgenstern aufgehe in euer» Herzen. 5 Mose K, 6 — 9. Co-lon. 3, 16. (Sirach II, 29. 14, 22 — 23.)
Dagegen dürfen sich diejenigen nicht wundern, daßsie die Schrift ohne Segen lesen, welche sie ohne Ge-bet, ohne Andacht, mit einem verdüsterten und fleischli-chen Sinne lesen.
2 Cor. 4, 3 —4. Ist nun unser Evangelium verdeckt, so istes in denen, die verloren werden, verdeckt; bei welchen der Gott