Sonntag ä2.
S o n !l t a g V LI .
Kragü 110. Was verbietet Gott im achten Gebot?
Antwort. Er verbietet nicht allein den Diebstahl nndRäubcrci '), welche die Obrigkeit straft, sondern Gott nennetauch Diebstahl alle böse Stücke nnd Anschläge, damit wirunsers Nächsten Gnt gedenken an uns zu bringen, es sei mitGewalt oder Schein des Rechtens, als unrechtem Gewicht,Ellen, Maß, Waare, Münzet, Wuchers, oder durch einigesMittel^), das von Gott verboten ist; dazu auch allen Geiz"),und unnütze Verschwendung seiner Gabens').
Frage III. Was gebietet dir aber Gott in diesem Gebot?
Antwort. Daß ich meines Nächsten Nutzen, wo ichkann nnd mag, fördere'), gegen ihn also bandele, wie ichwollte, daß man mit mir bandelte"), und treulich arbeite"),daß ich dem Dürftigen in seiner Roth helfen möge.
Fr. 110. 1) Z Mos. 19, Ii. Ihr sollt nicht stehlen, 1 Cor. 6, 10.5 Mos. 24, 7. Luc. 5, 11. 1 Thess. 4, k.
Spr. 29, 24. Wer mit Diebe» Theil hat, höret fluchen, und sagtes nicht an, der hasset sein Leben.
Z) 5 Mos. >9, 55—5L. Ihr sollt nicht ungleich handeln am Gerichtmit der Elle, mit Gewicht, mit Maß. Rechte Wage, rechte Pfunde, rechteScheffel, rechte Kannen sollen bei euch sein: denn Ich bin der Herr, euerGott, der euch aus Eguptenland geführet hat.
Z) Psalm 15, 1 U. 5. 2 Mos. 22, 25.
4) Jeremia 22, 15. Wehe dem, der sein Haus mit Sünden bauet,und seine Gemacher mit Unrecht; der seinen Nächsten umsonst laßt arbeiten,und gibt ihm seinen Lohn nicht! Psalm 57, 21. Hesekiel 18, 7—9.2 Thess. 5, ll—12. Habak. 2, S. 1 AHess. 4, «.
5) Luc. 12, 15. Sehet zu, und hütet euch vor dem Geiz; dennNiemand lebet davon, daß er viele Güter babe.
k) Spr. Sal. 25, 20 — 21. Sei nicht unter den Säufern undSchlemmern; denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schlä-fer muß zerrissene Kleider tragen.
Fr. III. 7) Phil. 2, 4. Ein Jeglicher sehe nicht auf das Seine,sondern auf das, das des Ander» ist. 5 Mos. 22, 1—4. Gal. 5, 15.
8) Matth. 7, 12. Alles nun, das ihr wollet, daß euch die Leutethu» sollen, das thut ihr ihnen !
S) 1 Moses 5, 19. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du deinBrod essen. 1 Thess. 4, 11—12.
Gciiügsamkeit:
1 Tim. k, b—8. Es ist ein großer Gewinn, wer gottselig ist, undläßt sich genügen. Denn wir haben nichts mit in die Welt gebracht,