mit mir. Ich möchte sagen: Hier ist es auf eineGemeinschaft, auf eine Vertraulichkeit und gegenseitigeMiuheilung unter vier Augen angetragen. Da heißtes: Ich mit ihm, er mit mir; da soll kein Dritterdabei seyn, uoch davon wissen; nur Er und Ick, undIch und Er. — Wo ist die Feder, die beschreiben,wo die Zunge, die ansspiechen kann, was oa ge-schieht? Wer da nicht selbst mitgenossen und mitge-schmccket hat, wie freundlich der Herr ist, der wird,was man ihm immer davon sagen mag, doch nichtbegreifen.
Nur so viel bemerken wir: Wenn du Ihm auf-tbust, und Er zu dir eingeht, so fängt Er nicht damitan, daß Er fordet wie Moses, daß Er dir Lasten auf-legt: sondern Er bringt. Er giebt, Er speiset, Ererquickt. Er labt und tränket dich zuerst.
«Erst heißt der Freund die Seele ruhn,
Dann essen und hernach was thnn."
Ein seltner Gast, der so lange vor der Thüregestanden, gewartet, geklopft, gerufen hat, eingelas-sen zu werden, und nun, da Er aufgenommen wor-den, fordert Er nicht, daß man Ihm bediene und be-wirtbe, sondern Er bringt. Er giebt das Mahl, Erbewirrbet Seinen Wirth. Kein Sünder, keine Seele,kein Mensch kann das glauben, obne daß man es er-fährt. Alle meinen, sie mußten Ihm geben. Ihn be-wirthen, und da fühlen sie wobl, daß sie nichts ha-ben, womit sie einen solchen Gast bedienen könnten.Darum geben sie Seiner Stimme, Seinem Klopfenso lange kein Gehör, darum riegeln und versperrensie Ihm so lange ihre Herzen. O! wenn sie es allewüßten, wie Er ist, was Er der Seele bringt undgiebt, wie schnell und gern würden sie Ihm aufthun!Aber so fürchtet mau sich vor dem Anklopfenden, wievor einem Schuldhcrrn, der nur kommt, um Schuld-