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Siehe, ich stehe vor der Thür und klopfe an ...
(Offenb. 3,20)
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kcit herrschen, und sich von Begierden umtreiben, dieebrbar und unschuldig, erlaubt und zulässig scheinen(in ibren, vom falsche» Richte geblendeten Augen),die aber doch aus dem Fleische stammen und nichkSals Nahrung und Futter für die feinere Siiinlichkeitgenübren, die den Geist wenigstens leer ausgeben undarm und unbefriedigt lassen. Man wagt es nicht, derMei gc, dem großen Haufen, der eitlen Welt bcstimn.tund nunmwunden zu widersprechen, man baut sich nebender breiten Straße ein Sträßchen, wel>bes aber dochmit derselben fortläuft und zn demselben Ziele fübrt.Gegen den Strom zu schwimmen, ist mau viel zuschwach und zn wenig geübt, man sucht zn laviren;man stürzt sich nicht gerade in die Mitte des Skr»mes, aber doch so zur Seite oder in einen Arm desHauptstromes, wo es zwar viel schwerer zu schwimmenist; aber man verläugnet sich, weil man doch nicht zu,rückbleiben, nicht auffallen, nicht lieblos scheinen, niel tgetadelt seyn will. — So läßt man sich von der listi-gen Sprache der Schlange berücken.

Aber ibr Wanderer auf diesem breiten und halbbreiten Wege! hört ibr denn nicht den Freund der euchselbst auf diesem, Ihm ganz verbüßten Wege mit Sei-ner Treue und Liebe verfolgt? Seht ihr Ihn nichtvor der Tbüre eures abgewandte» Herzens stehen?Er kann ja nicht von eurer Thüre wegkommen! Erermüdet nicht, zu klopfen. Oft hämmert Er gewal-tig und schlägt an euer Herz mit einem starken Arm.Hört ihr Ilm denn nicht, wie Er sich beinahe müdeschreit, um sich euch, die ihr unter dem Geräusch dergroßen Welt und bei dem Rauschen des breiten, rci,ßendrn Stromes nicht gut hören könnt, verständlichzu machen? Hört ihr Jbn denn nicht, wie Er SeineStimme erhebt und ruft: Ich bin der Weg, dieWahrheit und das Leben. Außer mir kommt