Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
61
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dem gesammten Naturwissen wie meinem Brennpunktevereinigen, kann den Titel des Werks rechtfertigen, das ich,am späten Abend meines Lebens, zu veröffentlichen wage.Dieser Titel ist vielleicht kühner als das Unternehmen selbst,in den Grenzen, die ich mir gesetzt habe. In speciellcnDisciplinen hatte ich bisher, so viel als möglich, neueNamen zur Bezeichnung allgemeiner Begriffe vermieden. Woich Erweiterungen der Nomenclatur versuchte, waren sie aufdie Einzeldinge der Thier- und Pflanzenkunde beschränktgewesen. Das Wort: physische Weltbeschreibung, dessenich mich hier bediene, ist dem längst gebräuchlichen: phy-sische Erdbeschreibung nachgebildet. Die Erweiterungdes Inhalts, die Schilderung eines Naturganzen von denfernen Nebelflecken an bis zur klimatischen Verbreitung derorganischen Gewebe, die unsere Felsklippen färben, machendie Einführung eines neuen Wortes nothwendig. So sehrauch in dem Sprachgebrauch, bei der früheren Beschränkt-heit menschlicher Ansichten, die Begriffe Erde und Weltsich verschmelzen (ich erinnere an die Ausdrücke: Welt-umseglung, Weltkarten, Neue Welt), so ist doch die wissen-schaftliche Absonderung von Welt und Erde ein allgemeingefühltes Bedürfniß. Die schönen und richtiger gebildetenAusdrücke: Weltgebäude, Weltraum, Weltkörper,Weltschöpfung für den Inbegriff und den Ursprung allerMaterie, der irdischen, wie der der fernsten Gestirne, recht-fertigen diese Absonderung. Um dieselbe bestimmter, ich könntesagen feierlicher und auf alterthümliche Weise anzudeuten, istdem Titel meines Werkes das Wort Kosmos vorgesetzt,das ursprünglich, in der Homerischen Zeit, Schmuck undOrdnung bedeutete, später aber zu einem philosophischen