Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

27

nach welchen berühmte Physiker vermuihen^, daß 5 geogr.Meilen unter der Oberfläche eine Granit-schmelzende Glüh-hitze herrsche), dem müssen viele neuere Beobachtungen überdie Gleichzeitigkeit vulkanischer Ausbrüche, die eine großeLänderstrecke trennt, über die Grenzen der Erschütterungs-kreise bei Erdbeben, über die Beständigkeit der Temperatur hei-ßer Mineralquellen, wie über die Temperaturverschiedenheitartesischer Brunnen von ungleicher Tiefe, unverständlichbleiben. Und doch wirft diese Kenntniß der inneren Erd-wärmc ein dämmerndes Licht auf die Urgeschichte unseresPlaneten. Sie zeigt die Möglichkeit einstmaliger allver-breitcter tropischer Klimate, als Folge offener, Wärme aus-strömender Klüfte in der neu erhärteten orydirten Erdrinde.Sie erinnert an einen Zustand, in dem die Wärme desLichtkreises mehr von diesen Ausströmungen, von der Reac-tion deS Innern gegen das Aeußere, als von der Stellungdes Planeten gegen einen Centralkörper (die Sonne) be-dingt ward.

Mannigfaltige Producte der Tropenwelt, in ihrenGrabstätten verborgen, offenbart die kalte Zone demforschenden Geognostcn: Koniferen, aufgerichtete Stämmevon Palmenholz, baumartige Farnkräuter, Goniatitenund Fische mit rhomboidalen Schmelzschuppen in dem altenKohlengebirge ^; colossale Gerippe von Crocodilen, lang-halsigen Plesiosauren, Schaaken von Planuliten undCycadeenstämme im Jura-Kalkstein; Polythalamien undBryozoen in der Kreide, zum Thcil identisch mit noch leben-den Seethieren; Agglomerate fossiler Jnfusionsthiere, wie sieEhrenberg'S allbelcbendeö Mikroskop entdeckt, in mächtigenSchichten von Polirschiefer, Halbopal und Kieselguhr;