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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
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136
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136 Biographie.

verloren," schreibt er an Campe,und grämte mich nm alles Geldnicht so sehr, als um jene Litteraturschmerzen,"

Hauptsächlich deshalb fiel Heine auch mit einem solchen Ingrimmüber den Denunzianten" her, der diese ganze Misere verschuldethatte. Und da Wolfgang Menzel, der ehedem ein guter FreundHeines gewesen, durch seine in den Annale» der deutschen Litteraturunerhörten Angriffe, jenes Interdikt verschuldet, so fühlte sich Heinegenötigt, ihn mit den schärfsten Waffen und nicht immer mit vollerBerechtigung zurückzuweisen. Er hatte die bestimmte Absicht, denschwäbischen Moralisten, dem die Natur ein kritisches Talent undCotta ein großes Blatt anvertraut hatte, durch die Anschuldigung derFeigheit auf die Mensur zu treiben. Freilich hatte Menzel bereitsdie Herausforderung Gutzkows abgelehnt, trotzdem hoffte Heine, daßderselbe doch auf die Mensur kommen werde und erklärte:Ichwerde mich diesmal mit dem größten Vergnügen schlagen; und ichversichere Sie, ich schieße nicht in die blaue Luft."

Am meisten erbitterte Heine die Teutomanie Menzels, der be-ständig auf die Franzosen schimpfte und die Schriftsteller deS jungenDeutschland für lauter Franzosen und Juden erklärte.

Es ist merkwürdig, wie Heine fast in prophetischer Ahnung esvorhersagte, daß jene Verdächtigungen noch lange fortdauern, währenddie Verfolgungen der Negierungen bald ihr Ende erreichen würden.Wie die Folge lehrt, hatte er recht behalten: der Grundton der Ver-leumdung, ans dem jene Denunziationen hervorgingen, blieb an demjungen Deutschland" haften, während die Regierungen in ihrerEnergie bald nachließen und eine nach der andern von ihren Maß-regeln gegen dasjunge Deutschland" aufhoben.

XIII.

Die Poesie hat mehr Märtyrer gemacht als die Religion, sagteHeine einmal zu einem Freunde. Und er hatte ein Recht, dieses "zusagen. Denn von jenen Tagen der Reaktion an, die sich nach denVerfolgungen über das litterarische und politische Deutschland ver-breitete, wurde sein Lebensgang in der That ein wahres Martyrium.Die Stimmung in der Heimat hatte mit Bezug auf Heine einen be-denklichen Rückschlag erlitten; fast schien es, als hätte das Volk keinVerständnis mehr für den Dichter, dem es ein Jahrzehnt vorher sofreudig zugejauchzt hatte. Als ein merkwürdiges Symptom dieserveränderten Richtung kann das Verhalten derschwäbischen Schule"gegen Heine gelten. Auf den Borschlag Chamissos sollte ihremMusenalmanach für das Jahr 1837 ein Porträt Heines beigegebenwerden. Daraufhin desertierte die gesamte schwäbische Schule. Heinebenutzte allerdings diesen Schwabenstreich für ein echt humoristischesCapriccioder Schwabenspiegel"; aber die Feindseligkeit der heimischen