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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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90
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90 Biographie.

Heine beschäftigte sich damals eifrig mit den Vorbereitungen siirden zweiten Band der „Neisebildcr", in dem er den zweiten Chklusder „Nordscebildcr" und das Buch „Le Grand" geben wollte. „ImGrunde ist es auch gleichgültig, was ich beschreibe", schrieb er währenddieser Zeit an einen Freund, „alles ist ja Gottes Welt und derBeachtung wert; nnd waS ich aus den Dingen nicht heraus sehe,das sehe ich hinein."

Durch den Erfolg des ersten Bandes der „Reisebilder" warender Mut und das Selbstbewußtsein des Dichters gestiegen. Derzweite Band sollte „das wunderbarste und interessanteste Buch werden",ein „außerordentliches Buch", etwas „Gewaltiges", das großen Lärmnnd allgemeines Aufsehen erregen würde. Die „Reisebilder" solltennach Heines damaligem Plan ein litterarisches Forum werden, indem er demPnbliknm alles sagen wollte, was er ans dem Herzen hatte. Erwollte die Kritik, die der Teufel der „teueren Großmutter Hcknte" über-lassen hatte — „Hekate hieß auch die Zeitschrift, die Adolf Müllnerherausgab — an sich reißen und sogar etwas wie eine Art Schulegründen. Die Briefe, die Heine aus Lüneburg an Jmmcrmann, anVarnhagen, an Moser schrieb, und in denen er sie um Beiträge fürdie „Reiscbilder" bat, sehen geharnischten KriegSmanifestcn auf einHaar ähnlich. „Ich darf seht alleS sagen, und es kümmert michwenig, ob ich mir ein Dutzend Feinde mehr oder weniger aufsacke",so schreib! Heine an Varnhagen, der über diesen Mut nicht wenigerschrocken war und der Aufforderung, eine „Proskriptionsliste" dergemeinsamen Intimen einzusenden, natürlich keine Folge leistete.

Auch Moses Moser sandte keinen Beitrag, aber wohl wenigeraus Furcht, als ans Scheu vor der Öffentlichkeit.

Nur Karl Jmmcrmann, sein „hoher Mitstrebender", spendeteeine Anzahl von Temen, die der Dichter dem zweiten Teil der Reise-bilder anfügte, mit der Bemerkung, daß er dieselben bis auf wenigeAusnahmen, die er mit Sternen bezeichnet, „gern als seine eigeneGesinnung" vertreten wollte. Diese Temen wurden der Ausgangs-punkt einer Polemik, die später bedenkliche Dimensionen annehmensollte. Sic richten sich vornehmlich gegen Goethe und die Romantiker,sowie gegen Platen nnd andere littcrarische Zeitgenossen. Nur beivier Versen hatte Heine durch Sterne konstatiert, daß er mit demInhalt derselben nicht einverstanden sei. Es ist nicht unwichtig, zubemerken, daß sich dieselben auf Schlegels „Lucinde", auf FranzHorn, den später von Heine vielverspotteten Shakespeare-Kommen-tator, sowie aller Wahrscheinlichkeit nach auf Schleiermacher undPlaten bezogen.

Zu Anfang des folgenden Jahres reiste Heine wieder nach Ham-burg, um den Druck des Buches zu überwachen. Ans Druck undAusstattung seiner Werke legte er schon damals großes Gewicht und