Das Archiv des Hauses Stubenberg.
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III.
Das Haus Stubenberg und der Schatz im Schocket.
Sein unterthan Georg Chessgrueber, in Gschaidt wohnhaft, giengden 19. Xber 1314, seine schulden einzufodern, noch vor tags überden Schögl. Unterwegs begegnet ihm ein khleiner bueb von 14 jahrenanzusechen, der redete den pauern aD, wo er hingienge. Als er ilimegeandtwortet, er wehre gesunen, schulden einzubringen, der bueb gabihme zur andtwortli, er thet unweisslich, dass er einen so weithen weeggehen wolte, und sich also bemihen, er solt mit ihm gehen, er wolteihm einen andern nuzen weissen; auf welches sich der pauer anfangsgescheicht, weilen der bueb ganz liechte äugen hatte, und in der tunkhl-heit ganz feurig aussach. Als der bueb diss merckhte, namb er denpauern bey der handt und sprach: „Förcht dich nicht, gehe mit mir,es wirdt dier nichts leydts widerfahren“, führete ihn darauf zu einerwacholderstauden, aldorten sach der pauer eine grosse eissene thüer,zu welcher ihm der bueb zwei schlüessl zeigte, mit befelch, er solteaufspören, auf welches der pauer andtwortliet, er Sache nichts. Als-baldt namb der bueb ein fakhl aus der steinen wandt und leichtetedem pauern. Als aber der pauer disen khollschwarzen bueben ersechen,fürchtet er sich noch mehrers, doch spüret er auf und komb seinerbeschreibung nach in ein grosses gewölb gleich einen saal, allwo nichtsals zwey grosse khollliaufen waren. Weithers führte er ihm in einanders gewölb, welches khleiner, doch auch zwey khollliaufen waren,endlich führete er ihm in das dritte, welches dem mittlern gleichwäre, darinen süben grosse eysene trühen stundten, auf der mittlernaber läge ein sehr grosser schwarzer hundt. Der bueb fragte ihm, ober dises geseclien, sagte, er solte von dem mittleren gewölb zwei liandt-voll khollen in sein sackh schieben, und als ers gethan, gieng er mitihm hinaus. Sobalt sye hinauskomlien, fragte der bueb, was er in sackhgeschoben. Als der pauer sechen wolte, was es vor khollen waren,findet er fünf prockhen goldt. So er leben wurde, solle er alle tag zweyhandtvol von dem mittlern, doch kheinen andern gewölb nemben, dochdergestalten, das er soliclies niemandt sagen solte, sonsten wurde erSelbsten, noch der andere etwas mehr davon haben; wan er aber jasolches sagen solte, so solte er dise sclilüssl sambt dem daran han-gendten zötelein, die mit gottisclien buechstaben auf pargament ge-schriben seiner Obrigkeit einhendigen. Darauf der geist verschwunden,der pauer aber soliches 18 monath dergestalten practiciert, dass erWeingärten, hetiser und dergleichen güetter umb etlich 1000 fl. zusamben-kauft, dass sich alle leith darüber verwundert, die rödt auf ihm gemeinauskommen, als ob er ein zauberer wehre, auf welches ihm sein herrschaft,als Ulrich herr von Stubenberg zu sich foderte, zum öftern ihm mitgueten und bösen worthen nichts aus ihm bringen khönen. Letzlich alsman ihm vollgetruncliken und so lang zugesezt, dass endlich der pauermit disen worthen herausgefahren: „Herr, bitt, thueth mich nicht zu disemantreiben, dan ich still soliches nicht, bekhumbs auch nicht unehrlich,darf euch nicht sagen, wo ichs bekhumh; damit ihr aber auch davongeniesset, will ich euch alle tag ein handtvoll golt bringen; aber weitherfragt mich nicht, wo ichs nimb und fündt.“ Als nun der pauer den anderntag mit drey grossen prokhen goldt khumben, liess sein herr solichesin der Neustadt probieren, und als er solches vor guetes goldt befunden,war er dem pauern abermahl üherlestig, bis entlieh der pauer ver-sprochen, er wolle ihm solches zeigen, aber er sage ihm voraus, dass