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[Hauptbd.] (1906)
Entstehung
Seite
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Das Archiv des Hauses Stubenberg.

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anführt, dessen zweite Gemahlin diese Anna Isabella ist;und so erscheinen denn, wie die Eltern, auch die Kinderzweimal als verschiedene Persönlichkeiten in der Stammtafel.Die Sache ist also die, daß die in der WurzbachschenStammtafel Nr. 1 genannten Persönlichkeiten Otto VIII. undseine Söhne von der Stelle, an der sie sich befinden, ge-strichen werden müssen. Es ist Otto, der Sohn des imJahre 1668 verstorbenen Wolfgang, der hier zugleich mitseinen Söhnen gemeint ist; die größten Verstöße begegnenuns in der Familiengeschichte des XVIII. Jahrhunderts. Ichwill nur einen Fall herausheben. Wurzbach verzeichnet aufder zweiten Stammtafel als Kinder Franz de Paulas: Wenzel,Franz, Sigmund und Johann; das sind nun aber in Wirk-lichkeit die Kinder des im Jahre 1753 verstorbenen Johannvon Stubenberg und seiner Gemahlin Antonie Gräfin vonPurgstall. Ihr Sohn Franz hat einen gleichnamigen Sohn,der mit Anna von Bartakowitz vermählt ist, der jüngste SohnJohann besitzt einen Sohn gleichen Namens, der zu Taus inBöhmen lebte und dessen in der Stammtafel auch nicht ein-getragene Tochter Antoinette eine Apanage von Unterkapfen-berg bezog. Das sind noch nicht einmal alle Fehler und Ver-sehen, an denen diese Wurzbachsche Stammtafel so reich ist.Wir haben sie auch nur etwas augenfälliger in den Vorder-grund geschoben, um dem Wunsche Ausdruck geben zukönnen, es möchten solche genealogische Arbeiten nichtHalbgelehrten anvertraut werden, wie dies leider bei den Adels-geschichten so oft der Fall ist. Bei der Genealogie des Stubenberg-schen Hauses läßt sich die Wahrheit wohl an den Tag fördern; eshandelt sich eben nur um die nicht immer bequeme Durchsuchungechter Quellen. Als solche müssen in erster Linie die Ur-kunden im engeren Sinne, für die späteren Zeiten die Tauf-scheine, Heiratskontiakte, Testamente, Erbverträge, Teilungs-libelle, oft auch Quittungen und ähnliche Dokumente benütztwerden. Es gibt aber schon im XVI. Jahrhunderte genealogischeAufzeichnungen von Mitgliedern der Stubenbergschen Familieselbst. Und diese bilden eine Quelle ersten Ranges. Bevorwir auf sie eingehen, mag in Kürze noch der Ivonfraternitäts-und Totenbücher unserer steirischen Klöster gedacht werden,welche letzteren die Todestage, leider nicht das Jahr desTodes einzelner Mitglieder des Stubenbergschen Hauses ver-merken. Unter ihnen kommt, da das Stift Reun, das —wenn man so sagen darf — Hausstift des StubenbergschenGeschlechtes in Betracht. Das Reuner Totenbuch, wie es