Druckschrift 
[Hauptbd.] (1906)
Entstehung
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Das Archiv des Hauses 'Stubenberg.

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hunderts ging dem Hause Stubenberg seine uralte BesitzungUnterkapfenberg verloren, wesentlich infolge der Nichtbe-achtung der alten Erbeinigungsbestimmungen im gräflichenHause. Der Besitz ging nach einem äußerst langwierigenProzesse im zweiten, beziehungsweise dritten Jahrzehnt end-gültig an die Familien Schragl und Göschl über, welchletztere ihn heute noch besitzt. Im Schlosse Unterkapfenberg,das im Markte selbst gelegen ist, mochten sich nach demÜbergang an die neuen Besitzer viele Arckivalien befundenhaben, die für diese wertlos und dem Untergang preisgegebenwaren. Sie wurden aus den alten Räumen entfernt und be-fanden sich bis vor zwei Jahren in den Händen eines Leb-zelters. Nachdem ein dem hiesigen Landesarchiv schon vorsieben Jahren gemachtes Anbot des Ankaufs dieser Materia-lien, man weiß nicht aus welchen Gründen, zurückgewiesenworden war, gelang es dank der werktätigen finanziellen Un-terstützung durch die Frau Gräfin Anna Buttler-Stubenbergund den Bemühungen des Besitzers von Nechelheim, HerrnLandespräsidenten Otto Freiherrn von Freydenegg zu Mon-zello, diese Restbestände des alten Unterkapfenberger Archivs,das außer den auf die jüngsten Ereignisse bezüglichen Aktennoch viele wertvolle alte Materialien enthält, für das steier-märkische Landesarchiv käuflich zu erwerben. Diese nichtunbedeutende Masse von archivalischem Stoff wurde nun-mehr (1905) mit dem des Wiedner und den früher erwor-benen Bestandteilen des Gutenberger Archivs vereinigt undzugleich in die Ordnung des Ganzen einbezogen.

Die Nachforschungen des Herrn Direktors Mell über denErwerb des Spezialarchivs Stubenberg hatten nun das fol-gende Resultat: Es ergab sich, daß es nicht als ein archi-valisches Ganze an das steiermärkische Landesarchiv gekommenist. 1 Als Erzherzog Johann das nach ihm genannte Joanneumgründete und sich mit dem ganzen Gewichte seiner Popula-rität für die Rettung der im Lande zerstreut liegenden „Ur-kunden uud Handschriften“ einsetzte, „um sie vor dem Ver-derben und der Vergessenheit zu retten“ 2 , als er seine per-sönlichen Beziehungen zu den Mitgliedern des steirischenHochadels benützte, um diese zur Übergabe ihrer Familien-

1 Ich benütze hier mit Danke die Nachweisungen, die mir HerrDirektor Mell soeben (Juni 1906) zur Verfügung gestellt bat.

2 Dankschreiben des Erzherzogs vom 10. September 1811. GöthJoann. S. 276, S. VIII. und Zuschrift des Erzherzogs an die steirischenStände vom 6. November 1813, um deren Mitwirkung er ersucht. EbendaS. 77/8.