Druckschrift 
3 (1844)
Entstehung
Seite
256
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An Geist ist sie sicherlich allen englischen Schauspielerinnen sehrweit überlegen. Man merkt es ihr an, die papicrnc Welt inDrurylane ist ihr zu enge, auch ist es jetzt, da ich dieses schreibe,bereits mehr als Muthmaßung, daß sie dereinst ihre Nolle indem großen Original selbst spielen wird. Ihr Gesicht ist nichtsweniger als schon; sie ist blaß, und dabei zu stolz sich zu schmin-ken , ihre Nase etwas aufgestülpt und der Mund keiner von denfeinsten. Allein ihre Blicke schneiden unter den schönen Augen-braunen, oft mit einem gewissen unbeschreiblichen Lächeln überentdeckte Thorhcit begleitet, so mächtig hervor, daß dem bangewerden muß, den sie treffen. Der Schnitt ihrer Kleidung undihr Kopfputz ist, wie mich Damen versichert haben, deren Urtheilich zur Ergänzung sowohl als Beglaubigung der meinigenanführe, jederzeit im allergrößten Geschmack; sie tritt daherselten auf das Theater, daß nicht die Mode der feinen Welthinter ihr herträte. In den stummen Rollen, oder wenn sieetwas gesagt hatte, dem sie mit stummem Auf- und AbgehenKraft geben wollte, ging sie, wider die Gewohnheit der Schau-spieler, oft gerade vom Zuschauer ab nach der Tiefe des Theaters.Da hätten Sie sie sehen sollen, mit welchem Anstand sie sich inden Hüften wog, und mit jedem Tritt die Blicke des copirendcnNeides und der copirendcn Bewunderung, die ihr aus tausendAugen folgten, noch muthwillig schärfen zu wollen schien. Sowenig sie für das Trauerspiel geschaffen ist, so wenig ist sie esfür das Nicdrigkomische. Ihre Rede ist langsam, und wennsie Thorhcitcn copircn soll, so müssen es nur solche sein, die