»och keine» Schritt breit gewönne» haben soll, sondern einemnoch immer solche Dinge vordcmonstriren muß, als wären wirerst gestern Menschen geworden: so ist es (verzeihen Sie mir die-sen Ausdruck, der nicht aus Leichtsinn, sondern aus lebhaftemGefühl der Würde des Christen entspringt), so ist es der Mühenicht Werth, ein Christ z» sein.
Es wäre, sagen Sie weiter, dem Verleger ein Leichtes, daswenige Geld für ein Privilegium zu bezahlen. Ganz gut, meinHerr, wenn es auch nur dem Reichsfisral ein Leichtes wäre,dem beleidigten Buchhändler Recht zu verschassen. Aber stellenSie sich einmal vvr, Ihr Wunsch wäre erfüllet, jedes gute Buch,vder wenigstens jedes, das gut abgeht, habe ein kaiserlichesPrivilegium, glauben Sie etwa, den Schleichdrucker würde dasschrecken? das callöse Gewissen? O ich glaube, Göbhard allein,wenn er reicher und klüger wäre, würde alsdann 10 ReichSfis-cale beschäftigen. Mir graut, wenn ich dahin sehe. Decenniawürden hingehen, bis die Sache zum Spruch käme, Ncichsge-richtsvisitationcn würden entstehen und vergehen; Kläger undBeklagte könnten wegsterben; der Schuldige könnte am Ende inzehnmal nicht einmal den Schaden und die Kosten ersetzen; Kum-mer und Zeitverlust würden nie ersetzt. Nein, nach der jetzigenVerfassung vcrstattet die menschliche Natur keine schnellere Hülfe,gesetzt auch alle Stellen und Zugänge zu denselben wären mitden redlichsten Leuten besetzt. Denn in einem Reiche, wie Deutsch-land, ist es leicht möglich, daß der Fiscal, der Verleger, undder Schleichdrucker in den drei Spitzen eines Triangels wohnten,