Druckschrift 
3 (1844)
Entstehung
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sitzt der Knoten, dcr euch Blödc so bedüstert hat. Aber machtdas unehrlich? Nichts weniger. Denn sagt mir einmal, wiekönnten so viel honnette Leute bei Hofe und in dcr Stadt, dieden reichen Kauslcnten ihren Überfluß abnehmen, borgen undnicht bezahlen, so viele ehrliche Vormünder, die ihren Pupillendas Ihrige entwenden, wie könnten das ehrliche Leute sein?Es wird sich niemand unterstehen, auch sich nur im mindestenmerken zu lassen, daß er es nicht glaubte, und man thut wohl.Warum schimpft man denn bei diesem armen Teufel von einemJuden von Morgen bis in die Nacht, und doch regt sich nie-mand? Deswegen, weil diese Personen nicht allein Belcscnhcitgenug besitzen, allenfalls einen Beweis zu führen, sondern auchMacht, einer solchen massigen Bcrläumdung mit Nachdruck zubegegnen. Ich, dcr ich Gott Lob auch einen Beweis zu führengelernt habe, trete also hiermit öffentlich für den Inden ans,und erkläre: Wer da sagt, daß dcr Jude ein Schelm sei, weiler gestohlen habe, der ist ein Lügner. Warum haben dieLeute ihre Effecten nicht besser in Acht genommen? Hätte dcrJude gefehlt, was ich aber nicht zugebe, so hat er weiter nichtsals eine Pflicht gegen seinen Nächsten verabsäumt, das ist Alles;aber dcr Andere, dcr nicht beständig auf seiner Hut ist, ver-absäumt eine weit heiligere Pflicht, die Pflicht gegen sich selbst,von welcher heutzutage die Welt und unsere besten Systeme dcrMoral so gerade abhängen, daß es ausgemacht ist: sollten diesePflichten nicht mehr beobachtet werden, so ginge nicht alleinAlles in der Welt zu Grunde, sondern alle unsere braven Phi-