Druckschrift 
3 (1844)
Entstehung
Seite
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Jahre angenommen hat. Ich will hier nur überhaupt erinnern,daß sich der Mcßkünstlcr oft solcher Ausdrucke bedient, um schnellund kurz zu sagen, was sonst kaum ein langsam convergirendcrParagraphc würde gesagt haben, und dieses verdiente in allen Wis-senschaften, wo es ohne Undcutlichkeit geschehen kann, nachgeahmtzn werden; allein vielleicht fürchtet man sich vor einer solchenErfindung in denen Wissenschaften, wo noch Platz übrig ist, undwo nicht, wie in der Mathematik, Alles noch voll bliebe, wennman auch gleich ganze Capitcl durch eine einzige Zeile darstellte.

Wem bekannt ist, was man in der höheren GeometrieAsymptote nennt, wird Vieles in der Natur kurz, und dennochmit einer Deutlichkeit beschreiben können, deren selten eine Um-schreibung fähig ist. So kann man sagen, Homer und Virgilwaren die Asymptoten der neueren epischen Dichter; Praxitelesund Lysippus der Bildhauer; Raphael der Zeichner. Wenn ichsagen wollte, die Natur sei es, so ist dieses nicht mehr so ei-gentlich gesprochen; die Künstler bleiben bei der größten Nähe-rung noch immer unendlich weit von der Natur weg; das Bildin der Lainora obsoura ist schon viel weiter, als der Künstlerjemals kommt; hier ist die Wolke gemalt, daß sie sich bewegt,nnd die Sonne ist nicht allein rund und helle, sondern sie brenntauch. Ich hoffe, es wird Niemanden befremden, daß ich denHomer und Virgil zu Asymptoten gemacht habe. Sie warenes wirklich bisher, man hat nach diesem Muster gearbeitet, unddieses mit Recht. Diese Schriftsteller sind, so zu reden, Chartenvon der Natur, ans die man sich fast immer verlassen kann,