8.
Dienbare Betrachtungen für jungeGelehrte in Deutschland, hauptsächlichans Universitäten.
Es ist ausgemacht, was auch unsere Gedanken sein mögen,wie oder von was sie hin und her getrieben werden, so gibtes in uns zuweilen gewisse Passatwindc, die ihnen eine bestän-digere Richtung geben, wogegen kein Steuern und kein Lavircnhilft. Es ist kein geringer Vorthcil für das moralische Commerz,diese Zeiten und diese Richtungen zu kennen; man segelt miteiner unbeschreiblichen Leichtigkeit. Ich kann es an mir deut-lich bemerken, in den Decemberabcndcn streichen alle meine Ge-danken meistens zwischen Melancholie und ängstlicher Selbst-verkleinerung. Dieses ist die Zeit, wo jedermann ohne weitereBestechung gradzu zu meinem Herzen kommen kann, und dieZeit, wo ich in der Besserung meiner selbst wieder Alles so inden alten Stand stelle, daß man glauben sollte, es hätte dasganze Jahr so gestanden. Eine solche Zeit, habe ich schon längsteinmal gedacht, wo vielleicht mancher guter Mensch eben inden Ilmständen ist, vielleicht gern an sich besserte, wenn er nur