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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
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Note n.

i.

Zu Seite 13:

R h n m p s c n i t.

Des Königs Nhampscnitus Reichtum au Geld, sagtcu die ägyptischen Priester,sei so groß gewesen, daß ihn keiner der nachmaligen Könige überbieten oder ihmnahe kommen konnte. Da er nun seine Schätze in Sicherheit aufbewahren wollte,habe er ein steinernes Gemach erbaut, das mit einer seiner Wände an den äußerenFlügel seines Hauses stieß. Der Werkmeister davon habe nun. ans bösen Absichten,folgendes angestellt. Einen der Steine habe er so eingerichtet, daß er sich vonzwei Männern oder von einem leicht aus der Wand herausnehmen ließ. Und alsdieses Gemach aufgeführt war, verwahrte der König seine Schätze darin. NachVerlauf einiger Zeit berief nun der Baumeister, kurz vor seinem Lebensende,seine Söhne (deren er zwei hatte) und erzählte denselben, wie er für sie gesorgt,daß sie vollauf zu leben hätten, und den Kunstgriff, den er bei Erbauung deskölliglichen Schatzes angewendet habe; und nach genauer Beschreibung, wie derStein herauszunehmen sei. gab er ihnen die Maße dazu, mit dem Bedeuten, wennsie immer auf diese acht hätten, würden sie Verwalter von den Schätzen des Königssein. Darauf endigte er sein Leben; seine Söhne aber schoben das Werk nichtlange auf: sie gingen des Nachts zur Könihsburg, fanden wirklich den Stein indem Gebäude auf, konnten auch leicht damit umgehen, und nahmeil eine MengeSchätze heraus. Als nun der König wieder einmal das Gemach öffnete, wunderteer sich, die Gefäße von den Schätzen nicht voll zu sehen, wußte aber doch niemandenschuld zu geben, da die Siegel (an der Thüre) unversehrt waren, und das Gemachverschlossen. Doch als er bei zwei- und dreimaligem Offnen die Schätze immervermindert sah (denn die Diebe hörten nicht auf zu plündern), da machte er's also.Er ließ Schlingen verfertigen und legte sie um die Gefäße her, worin die Schätzewaren. Da nun die Diebe kamen wie zuvor, und einer hineinschlüpfte und anein Gefäß ging, wurde er sogleich in der Schlinge gefangen. So wie er aber seineNot bemerkte, rief er sogleich seinem Bruder, gab ihm die Sache zu erkennen, undhieß denselben eiligst hereinschlüpfen und ihm den Kopf abschneiden, damit ernicht, sähe man ihn lind fände wer er sei, denselben ebenfalls ins Verderben brächte.Dem schien das wohlgesprochen, und er befolgte es wirklich, paßte dann den Steinwieder in die Fuge, und ging nach Hause mit dem Kopf seines Bruders. Wiees nun Tag ward und der König in das Gemach trat, wurde er ganz betroffendurch den Anblick von dem Leibe des Diebs, der ohne Kopf in der Schlinge stak,während das Gemach unbeschädigt war, ohne Eingang und ein Schlupfloch nachaußen. In dieser Verlegenheit soll er es nun also gemacht haben. Er hing denLeichnam des Diebes an der Mauer auf und stellte Wächter dazu, mit dem Befehl,falls sie einen weinen oder wehklagen sähen, den sollten sie ergreisen und zu ihmführen. Als nun der Leichnam aufgehängt war, soll es seiner Mutter arg ge-wesen sein. Sie sprach mit ihrem übriggebliebenen Sohne, und gebot ihm, eszu veranstalten, wie er nur könne, daß er den Leib seines Bruders hernnterkriege;und, wenn er das unterlassen wollte, drohte sie ihm, zum König zu gehen undanzuzeigen, daß er die Schätze habe. Als sich nun die Mutter so hart anließ gegenden übriggebliebenen Sohn, und alles, was er ihr sagte, vergeblich war. soll erfolgenden Kunstgriff angewandt haben. Er schirrte Esel an, legte ihnen Schläuchevoll Wein auf und trieb alsdann die Esel vor sich her; und als er an die Wache