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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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243
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Letzte Gedichte. 243

Die erste trägt den Nocken,

Sic dreht die Fäden,

Befeuchtet jeden;

Deshalb ist die Hängelippe so trocken.

Die zweite läßt tanzen die Spindel;

DaS wirbelt im Kreise,

In drolliger Weise;

Die Augen der Alten sind rot wie Zindcl.

Es hält die dritte ParzeIn Händen die Schere,

Sic summt Miserere;

Die Nase ist spitz, drauf sitzt eine Warze.

O spute dich und zerschneideDen Faden, den bösen,

Und laß mich genesenBon diesem schrecklichen Lcbensleide!

12.

Mich locken nicht die HimmelSanenIm Paradies, im sel'gcn Land;

Dort find' ich keine schvnrc Frauen,

Als ich bereits auf Erden fand.

Kein Engel mit den feinsten SchwingenKönnt' mir ersetzen dort mein Weib;Auf Wolken sitzend Psalmen singen,Wär' auch nicht just mein Zeitvertreib.

O Herr! ich glaub', es wär' das beste,Du ließest mich in dieser Welt;

Heil nur zuvor mein Lcibgebreste,Und sorge auch für etwas Geld.

Ich weiß, es ist voll Süud' und LasterDie Welt; jedoch ich bin einmalGewöhnt, auf diesem ErdpcchpflasterZu schlendern durch das Jammerthal.

Genieren wird das WcltgetreibeMich nie, denn selten geh' ich aus;In Schlafrock und Pantoffeln bleibeIch gern bei meiner Frau zu Haus.

Laß mich bei ihr! Hör' ich sie schwätzen,Trinkt meine Seele die MusikDer holden Stimme mit Ergötzen.

So treu und ehrlich ist ihr Blick!

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