182 Romanccro Letzte Gedichte.
Da nahm auch cr an der Mahlzeit teilUnd speiste selbst eine Schöpscnkeul'.
Moral.
Auch du, mein Brutus, auch du, du frißt?So ruft wehmütig der Moralist.
Ja, böses Beispiel kau» verführen!
Und, ach! gleich allen Säugetieren,
Nicht ganz und gar vollkommen istDer tugendhafte Hund — cr frißt!
Pferd und Esel.
Auf eisernen Schienen, so schnell wie der Blitz,Dampfwagcn und DampfkutschcnWeit dem schwnrzbewimpclten RauchfangmastPrasselnd vorüberrutschen.
Der Troß kam einem Gehöfte vorbei,
Wo über die Hecke guckteLanghalsig ein Schimmel! neben ihm standEin Esel, der Disteln schluckte.
Mit stierem Blick sah lange das PferdDem Zuge nach. Es zittertAn allen Gliedern, und seufzt und spricht:„Der Anblick hat mich erschüttert!
„Wahrhaftig, war' ich nicht von NaturBereits gewesen ein Schimmel,
Erbleichend vor Schrecken war' mir die HautJetzt weiß geworden, — o Himmel!
„Bedroht ist das ganze PferdegeschlechtVon schrecklichen SchicksalSschlägen.
Obgleich ein Schimmel, schau' ich dochEiner schwarzen Zukunft entgegen.
„Uns Pferde tötet die KonkurrenzVon diesen Dampfmaschinen —
Zinn Reiten, zum Fahren wird sich der MenschDes eisernen Viehes bedienen.
„Und kann der Mensch zum Reiten uns,Zum Fahren uns entbehren —
Ade der Hafer! Ade das Heu!
Wer wird uns dann ernähren?