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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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180
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Romancero Letzte Gedichte.

Wahrhaftig, ich mach' eine große Partie;

Viel schöneren Käfer gab es nie.

Sein Rücken ist eine wahre Pracht;

Da flammt der Rubin, da glänzt der Smaragd.

Sein Banch ist gülden, hat noble Züge;Vor Neid wird bersten gar manche Schmeißfliege.

Spule dich, Bienchen, und frisier mich,Und schnüre die Taille und parfümier mich;

Reib mich mit Roscnessenzen, und gießeLavendelöl auf meine Füße,

Damit ich gar nicht stinken thu',

Wenn ich in des Bräut'gams Armen ruh'.

Schon flirren heran die blauen Libellen,Und huldigen mir als Ehrenmamsellen.

Sie winden mir in den JungfernkranzDie weiße Blüte der Pomeranz'.

Viel Musikanten sind eingeladen,

Auch Sängerinnen, vornehme Cikaden.

Rohrdommel und HorniS, Bremse und Hummel,Sie sollen trompeten und schlagen die Trummel;

Sie sollen aufspielen zum Hochzeitfest

Schon kommen die buntbeflügelten Gäst',

Schon kommt die Familie, geputzt und munter;Gemeine Insekten sind viele darunter.

Heuschrecken und Wespen, Muhmen und Basen,Sie kommen heran die Trompeten blasen.

Der Pastor Maulwurf im schwarzen Ornat,Da kommt er gleichfalls es ist schon spat.

Die Glocken läuten, bim-bam, bim-bamWo bleibt mein liebster Bräutigam?'"'

Bim-bam, bim-bam, klingt Glockengelänte,Der Bräutigam aber flog fort ins Weite.

Die Glocken läuten, bim-bam, bim-bamWo bleibt mein liebster Bräutigam?""

Der Bräutigam hat unterdessenAuf einem fernen Misthaufen gesessen.

Dort blieb er sitzen sieben Jahr,

Bis daß die Braut verfaulet war.