Romancero — Letzte Gedichte.
Diamanten, deren LichterAbglanz, Widerschein des Himmels,Herzblutglühende Rnbinen,
Fleckenlose Tnrkoasen,
Anch Smaragde der Verheißung,Perlen, retner noch als jene,
Die der Königin AtossaEinst geschenkt der falsche SmerdiS,
lind die späterhin geschmiicketAlle NotabilitätenDieser mondumkreisten ErdeThais und Kleopatra,
Jsispriester, Mohrenfürstcn,
Auch Hispaniens KöniginnenUnd znletzt die hochverehrteFrau Baronin Solomon —
Diese weltberühmten Perlen,Sie sind nur der bleiche SchleimEines armen Anstertiers,
Das im Meergrnnd blöde kränkelt:
Doch die Perlen hier im KästchenSind entquollen einer schönenMenschenseele, die noch tiefer,Abgrundtiefer als das Weltmeer —
Denn es sind die ThränenperlenDes Jehuda ben Halevy,
Die er ob dem UntergangBon Jerusalem geweinet. —
Perlenthränen, die, verbundenDurch des Reimes goldnen Faden,Aus der Dichtkunst giildnen SchmiedeAls ein Lied hervorgegangen.
Dieses PerlenthränenliedIst die vielberühmte Klage,Die gesungen wird in allenWeltzerstrenten Zelten Jakobs
An dem nennten Tag des Monats.Der geheißen Ab, dem JahrstagVon Jerusalems ZerstörungDurch den Titus Vespasianus.