118 Romancero — Letzte Gedichte.
Dank dir, Hund, für deinen Speichel —Doch das kann nnr kühlend lindern —Heilen kann mich nnr der Tod,
Aber ach, ich bin unsterblich!
Jahre kommen und vergehen —
In dem Webstuhl läuft geschäftigSchnurrend hin und her die Spule —Was er webt, das weiß kein Weber.
Jahre kommen und vergehen,Mcnschcnthränen träufeln, rinnenAuf die Erde, und die ErdeSaugt sie ein mit stiller Gier —
Tolle Sud! Der Deckel springt —
Heil dein Manne, dessen HandDeine junge Brut ergreifetUnd zerschmettert an "der Felswand.
Gott sei Dank! die Sud verdampfetIn dem Kessel, der allmählichGanz verstummt. Es weicht mein Spleen,Mein westöstlich dunkler Spleen —
Auch mein Flügelrößlcin wiehertWieder heiter, scheint den bösenNachtalp von sich abzuschütteln.
Und die klugen Augen fragen:
„Reiten wir zurück nach SpanienZu dem kleinen Talmudistcn,
Der ein großer Dichter wordenZu Jehuda den Halevy?"
Ja, er ward ein großer Dichter,Absoluter TraninwcltsherrschcrMit der Geistcrkönigskrvne,
Ein Poet von GottcS Gnade,
Der in heiligen Sirventen,
Madrigalen und Terzinen,
Kanzvnetten und GhaselenAusgegossen alle Flammen
Seiner gottgcküßtcn Seele!
Wahrlich, ebenbürtig warDieser Troubadour den bestenLantenschlttgcrn der Provence,