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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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104
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104 Nomancero Letzte Gedichte.

Ihr Engel in den Himmelshöhn,

Vernehmt mein Schluchzen und mein Flehn;Beschützt, wenn ich im öden Grab,

Das Weib, das ich geliebet Hab';

Seid Schild und Vögte eurem Ebeubilde,Beschützt, beschirmt mein armes Kind, Mathilde.

Bei allen Thränen, die ihr jeGeweint um unser Menschenweh,

Beim Wart, das nur der Priester kenntUnd niemals ohne Schauder nennt,

Bei eurer eignen Schönheit, Huld und Milde,Beschwör' ich euch, ihr Engel, schlitzt Mathilde.

18.

Im Oktober 1849.

Gelegt hat sich der starke WindUnd wieder stille wird's daheime;

Germania, das große Kind,

Erfreut sich wieder seiner Weihnachtsbäume.

Wir treiben jetzt Familienglück

Was höher lockt, das ist vom ÜbelDie Friedensschwalbe kehrt zurück,

Die einst genistet in des Hauses Giebel.

Gemütlich ruhen Wald und Fluß,Von sanftem Mondlicht übergössen;Nur manchmal knallt's Ist das ein Schuß?ES ist vielleicht ein Freund, den man erschossen.

Vielleicht mit Waffen in der HandHat man den Tollkvpf angetroffen.

(Nicht jeder hat so viel VerstandWie Flaccns, der so kühn davon gelösten.)

Es knallt. Es ist ein Fest vielleicht,Ein Feuerwerk zur Goethefeier!Die Sonntag, die dem Grab entsteigt,

Begrüßt Raketenlttrm die alte Leier!

Auch Liszt taucht wieder auf, der Franz,Er lebt, er liegt nicht blutgerötetAuf einem Schlachtfeld Ungarlands;

Kein Russe, noch Kroat hat ihn getötet.