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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
99
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Noch einmal, eh' mein LebenslichtErlöschet, eh' mein Herze bricht

Roch einmal mächt' ich vor dem Sterbenlim Frauenhuld beseligt werben.

Und eine Blonde müßt' es sein,Mit Augen sanft wie MondenscheinDenn schlecht bekommen mir am EndeDie wild brünetten Sonnenbrände.

Das junge Volk voll LebenskraftWill den Tumult der Leidenschast,DaS ist ein Nasen, Schwören, Polternlind wechselseit'ges Scelenfvltern!

Ilnjnng und nicht mehr ganz gesund,Wie ich es bin zu dieser Stund',

Mächt' ich noch einmal lieben, schwärmenUnd glücklich sein doch ohne Lärmen,

10.

Kluge Sterne.

Die Blumen erreicht der Fuß so leicht,

Auch werden zertreten die meisten;

Man geht vorbei und tritt entzweiDie blöden wie die dreisten.

Die Perlen ruhn in Meerestruhn,

Doch weiß mau sie aufzuspüren;

Man bohrt ein Loch und spannt sie ins Joch,Ins Joch von seidenen Schnüren.

Die Sterne sind klug, sie halten mit FugVon unserer Erde sich ferne;

Am Himmelszelt, als Lichter der Welt,

Steh» ewig sicher die Sterne.

11.

Morphine.

Groß ist die Ähnlichkeit der beiden schönenJünglingsgestnlten, ob der eine gleichBiel blässer als der andre, auch viel strenger,Fast möcht' ich sagen viel vornehmer aussieht,Als jener andre, welcher mich vertraulichIn seine Arme schloß Wie lieblich sanft

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