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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
89
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Zweites Buch, Lamentationen.

Schnsuchtelei.

In dem Traum siehst du die stillenFabelhaften Blumen prangen;

Und mit Sehnsucht und VerlangenIhre Düfte dich erfüllen,

Dvch bon diesen Blumen scheidetDich ein Abgrund tief und schaurig,Und dein Herz wird endlich traurig,

Und es blutet und es leidet.

Wie sie lacken, wie sie schimmern!Ach, wie lamm' ich da hinüber!

Meister Hämmerling, mein Lieber,

Kannst du mir die Brücke zimmern?

An die Jungen.

Laß dich nicht kirren, laß dich nicht wirrenDurch goldne Apfel in deinem Lauf!Die Schwerter klirren, die Pfeile schwirren,

Doch halten sie nicht den Helden ans.

Ein kühnes Beginnen ist halbes Gewinnen,Ein Alexander erbeutet die Welt!

Kein langes Besinnen! Die KöniginnenErwarten schon knieend den Sieger im Zelt.

Wir wagen, wir werben! besteigen als ErbenDes alten Darius Bett und Thron.

O süßes Verderben! o blühendes Sterben!Berauschter Triumphtod zu Babylon!

Der Ungläubige.

Du wirst in meinen Armen ruhn!Von Wonnen sonder SchrankenErbebt und schwillt mein ganzes HerzBei diesem Zaubcrgedankcn.

Du wirst in meinen Armen ruhn!

Ich spiele mit den schönenGoldlocken! Dein holdes Köpfchen wirdAn meine Schulter lehnen.

Du wirst in meinen Armen ruhn!Der Traum will Wahrheit werden,

Ich soll des Himmels höchste LustHier schon genießen ans Erden.