Romancero — Letzte Gedichte.
„„Jetzt, Großmeister von San Jago,Müßt Ihr Euch zum Tod bereiten,
Eine Viertelstunde seiEuch bewilligt zum Gebete/"'
„Don Fredrego kniete nieder,
Betete mit frommer Ruhe,
Sprach sodann: „„Ich Hab' vollendet/"'Und empfing den Todesstreich.
„In demselben Augenblicke,
Als der Kopf zu Boden rollte,
Sprang drauf zu der treue Allan,Welcher unbemerkt gefolgt war.
„Er erfaßte mit den ZähnenBei dem Lockenhaar das Haupt,
Und mit dieser teuren BeuteSchoß er zauberschnell von danncn.
„Jammer und Geschrei erschollÜberall auf seinem Wege,
Durch die Gänge und Gemächer,
Treppen auf und Treppen ab.
„Seit dem Gastmahl des BelsazarGab es keine Tischgesellschaft,
Welche so verstöret aussahWie die nnsre in dein Saale,
„Als daS Ungetüm hereinsprangMit dem Haupte Don Fredregvs,
Das er mit den Zähnen schleppteAn den träufelnd blut'gen Haaren.
„Auf den leer gebliebnen Stuhl,Welcher seinem Herrn bestimmt war,Sprang der Hund, und wie ein KlägerHielt er uns das Haupt entgegen.
„Ach, es war das wohlbekannteHelden-Antlitz, aber blässer,
Aber ernster durch den Tod,Und umringelt gar entsetzlich
„Von der Fülle schwarzer Locken,Die sich bäumten wie der wildeSchlangenkopfputz der Meduse,
Auch wie dieser schreckversteincrnd.