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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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Nomancero Letzte Gedichte.

Unterdessen saß der DichterAn dem Webstuhl des Gedanken?Tag und Nacht, und webte emsigSeines Liedes Niesenteppich

Riesenteppich, wo der DichterWunderbar hineingewebtSeiner Heimat Fabelchronik,Farsistans uralte Kön'ge,

LieblingSheldcn seines Volkes,Ritterthaten, Aventüren,

Zanberwescn und Dämonen,

Keck umrankt von Märchenblnmen

AlleS blühend und lebendig,Farbenglänzend, blühend, brennend,lind wie himmlisch angestrahltVon dem heil'gen Lichte Irans,

Von dem göttlich reinen Urlicht,Dessen letzter Feuertempcl,

Trotz dem Koran und dem Mufti,In des Dichters Herzen flammte.

Als vollendet war das Lied,Überschütte seinem GönnerDer Poet das Manuskript,Zweimalhnnderttansend Verse.

In der Badestube war es,

In der Badcstnb' zu Gasna,

Wo des Schaches schwarze VotenDen Firdnsi angetroffen

Jeder schleppte einen Geldsack,Den er zu des Dichters FüßenKnieend legte, als den hohenEhrensold für seine Dichtung.

Der Poet riß auf die SäckeHastig, um am lang entbehrtenGoldcsanblick sich zu labenDa gewahrt' er mit Bestürzung,

Daß der Inhalt dieser SäckeBleiches Silber, Silberthomans,Zweimalhnnderttansend etwaUnd der Dichter lachte bitter.