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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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38
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Nomancero — Letzte Gedichte.

Und der Sklave sprach' „Ich heißeMohammed, ich bin ans Minen.Und mein Stamm sind jene Afra,Welche sterben, wenn sie lieben."

Himmclsbriintc.

Wer dem Kloster geht vorbeiMitternächtlich, sieht die FensterHell erleuchtet. Ihren UmgangHalten borten die Gespenster.

Eine düstre ProzessionToter Ursulinerinnen;

Junge, hübsche AngesichterLauschen aus Kapuz' und Linnen.

Tragen Kerzen in der Hand,Die unheimlich blutrot schimmern;

Seltsam wiederhallt im KrcuzgangEin Gewisper und ein Wimmern.

Nach der Kirche geht der Zug,

Und sie setzen dort sich niederAuf des Chores BuchsbaumstühleUnd beginnen ihre Lieder.

Litaneienfromme Weisen,

Aber wahnsinnwüste Worte:

Arme Seelen sind es, welchePochen an des Himmels Pforte.

„Bräute Christi waren wir,

Doch die Weltlust uns bcthörte,

Und da gaben wir dem Cäsar,

Was dem lieben Gott gehörte.

„Reizend ist die UniformUnd des Schnurrbarts Glanz und Glätte,Doch verlockend sind am meistenCasars gvldne Epaulctte.

„Ach, der Stirne, welche trugEine Dornenkrone weiland,

Gaben wir ein Hirschgeweihe —Wir betrogen unfern Heiland.

„Jesus, der die Güte selbst,

Weinte sanft ob unsrer Fehle,

Und er sprach: .VermaledeitUnd verdammt sei eure Seele!'