Romancero — Letzte Gedichte.
„Mein Todcsgcscmg ist dein Wiegenlied —Eiapopeia — die greisenHaarlocken schneidest dn ab zuvor —
Im Nacken klirrt mir das Eisen.
„Eiapopeia, was raschelt im Stroh —Dn hast das Reich erworben,
Und schlägst mir das Haupt vom Rumpf herabDas Kätzchen ist gestorben.
„Eiapopeia, was raschelt im Stroh?
Es blöken im Stalle die Schafe.
Das Kätzchen ist tot, die Mäuschen sind froh —Schlafe, mein Henkerchen, schlafe!"
Maria Aiitoinrtte.
Wie heiter im TuilcrienschloßBlinken die Spicgclfenstcr,
Und dennoch dort am hellen TagGehn um die alten Gespenster.
ES spukt im Pavillon de FlorMaria Antoinette;
Sie hält dort Morgens ihr LevcrMit strenger Etikette.
Geputzte Hofdamen. Die meisten stchn,Auf Taburctts andre sitzen;
Die Kleider von Atlas und Goldbrokat,Behängt mit Juwelen und Spitzen.
Die Taille ist schmal, der Reifrvck bauscht,Darunter lauschen die nettenHochhackigen Füßchcn so klug hervor —Ach, wenn sie nur Köpfe hätten!
Sie haben alle keinen Kopf,
Der Königin selbst mankicrctDer Kopf, und Jhrv MajestätIst deshalb nicht frisieret.
Ja, sie, die mit turmhohem ToupetSo stolz sich konnte gebaren,
Die Tochter Maria Theresias,
Die Enkelin deutscher Cäsaren,
Sie muß jetzt spuken ohne FrisurUnd ohne Kopf im KreiseVon unfrisierten Edelfraun,
Die kopflos gleicherweise.