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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
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Nachwort zum Romanccro, g

dic gegen sehr hvhc und sehr niedrige Personen gerichtet waren,wurden deshalb in vorliegender Sammlung nicht aufgenommen. Ge-dichte, dic nur hnlbweg Anzüglichkeiten gegen den lieben Gott selbstenthielten, habe ich mit ängstlichstem Eifcr'den Flammen überliefert.Es ist besser, daß die Verse brennen, als der Versifcx, Ja, wie mitder Kreatur, habe ich auch mit dem Schöpfer Frieden gemacht, zumgrößten Ärgernis meiner aufgeklärten Freunde, die nur Vorwürfemachten über dieses Zurückfallen in den alten Aberglauben, wie siemeine Heimkehr zu Gott zu nennen beliebten. Andere, in ihrer In-toleranz, änßcrlen sich noch herber. Der gesamte hohe Klerus desAtheismus hat sein Anathcma über mich ausgesprochen, und es gicbtsauatischc Pfaffen des Unglaubens, die mich gerne auf dic Folterspannten, damit ich meine Ketzereien bekenne. Zum Glück stehen ihnenkeine andern Foltcrinstrumcnte zu Gebote, als ihre Schriften, Aberich will auch ohne Tortur alles bekennen. Ja, ich bin zurückgekehrtzu Gatt, wie der verlorene Sohn, nachdem ich lange Zeit bei denHegelianern dic Schweine gehütet. War es die Misere, die mich zurück-trieb? Vielleicht ein minder miserabler Grund, Das himmlische Heim-weh überfiel mich und trieb mich fort durch Wälder und Schluchten,über die schwindligsten Bcrgpfade der Dialektik, Auf meinem Wegefand ich den Gott der Pantheisten, aber ich konnte ihn nicht gebrauchen.Dies arme träumerische Wesen ist mit der Welt verwebt und verwachsen,gleichsam in ihr eingekerkert, nnd gähnt dich an, willenlos und ohn-mächtig, Uni einen Willen zu haben, mnß man eine Person sein,und, um ihn zn manifestieren, mnß man dic Ellbogen frei haben.Wenn man nun einen Gott begehrt, der zu helfen vermag unddas ist doch die Hauptsache so mnß man auch seine Persönlichkeit,seine Anßcrweltlichkeit und seine heiligen Attribute, die Allgütc, dieAllwcishcit, die Allgerechtigkeit u, s, w, annehmen. Die Unsterblichkeitder Seele, unsere Fortdauer nach dein Tode, wird nnS alsdann gleich-sam mit in den Kauf gegeben, wie der schöne Markknochen, den derFleischer, wenn er mit seinen Knuden zufrieden ist, ihnen unentgeltlichin den Korb schiebt. Ein solcher Markknochen wird in der französischenKüchensprache In rssonwsanes genannt, und man kocht damit ganzvorzügliche Kraftbrühen, die für einen armen schmachtenden Krankensehr stärkend und labend sind. Daß ich eine solche rsjonissanes nichtablehnte und sie mir vielmehr mit Behagen zu Gcmüte führte, wirdjeder fühlende Mensch billigen.

Ich habe vom Gott der Pantheisten geredet, aber ich kann nichtumhin, zu bemerken, daß er im Grunde gar kein Gott ist, sowie über-haupt die Pantheisten eigentlich nur verschämte Atheisten sind, diesich weniger vor der Sache, als vor dein Schatten, den sie an dieWand wirst, vor dem Namen, fürchten. Auch haben die meisten inDeutschland während der Rcstaurativnszcit mit dein lieben Gotte dic-