130 Bach der Lieder.
Eines StcrnlcinS zu dir her;
Mensch! erfüllt sei dein Begehr.
Zweiter Geist.
Montblanc ist der König der Berge,Die krönten schon längst seine Hol/;
Auf dem Felsenthron sitzenden» Wvlkentalar,Empfing er die Krön' von Schnee.
Wie'n Gurt ninschnallt seine Hüft' ein Wald,Seine Hand die Lawine hält;
Doch vor dem Fall muß der donnernde BallStillstehn, wenn'S nur gefällt.
Des Gletschers ruhlos kalte Mass'
Sinkt tiefer Tag für Tag;
Doch ich bin's, der sie sinken lass',
Und auch sie hemmen mag.
Ich bin der Geist des Berges hier,
Wollt' ich's, er beugte sich,
Erzitternd bis zum Marke schier, —
Und du, was riefst du mich?
Dritter Geist.
In dem bläulichen Mecrgrund,
Wo der Wellenkampf schweigt,
Wo ein Fremdling der Wind ist,
Und die Meerschlange kreucht,
Wo die Nixe ihr GrünhaarMit Muscheln dnrchschlingt, —
Wie wenn Sturm ans der Mecrflnch',
Scholl dein Spruch, der mich zwingt.
In mein stilles KorallhausErdröhnte er schwer;
Denn der Wassergeist bin ich —
Sprich aus dein Begehr!
Vierter Geist.
Wo der Erdschllttrer schlummertAuf Kissen von Glut,
So die Pechström' aufwalzenDie kochende Flut,
Wo die Wurzel der AndesDie Erde durchwebt,
Also tief wie ihr GipfelZum Himmel aufstrebt,