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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
84
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Buch der Lieder.

Die Straßen sind doch gar zu eng!Das Pflaster ist unerträglich!Die Hänser fallen mir ans den Kopf!Ich eile so viel als möglich!

21.

Ich trat in jene Hallen,Wo sie mir Treue versprochen;Wo einst ihre Thränen gefallen,Sind Schlangen hervorgekrochen.

22.

Still ist die Nacht, es ruhen die Gassen,In diesem Hause wohnte mein Schah;

Sie hat schon längst die Stadt verlassen,

Doch steht noch das HauS auf demselben Platz.

Da steht auch ein Mensch und starrt in die Höhe,Und ringt die Hände vor Schmerzensgewalt;Mir graust es, wenn ich sein Antlitz seheDer Mond zeigt mir meine eigne Gestalt.

Du Doppelgänger, du bleicher Geselle!

Was äffst du nach mein Liebeslcid,

Das mich gequält auf dieser StelleSo manche Nacht in alter Zeit?

23.

Wie kannst du ruhig schlafen,Und weißt, ich lebe noch?

Der alte Zorn kommt wieder,Und dann zerbrech' ich mein Joch.

Kennst du das alte Liedchen:Wie einst ein toter Knab'Um Mitternacht die GeliebteZu sich geholt ius Grab?

Glaub' mir, du wunderschönes,Du wunderholdes Kind,

Ich lebe und bin noch stärker,Als alle Toten sind!