Die Heimkehr.
S1
Die Mcerfrau steigt aus den Wellen,Und seht sich zu mir an den Strand:Die weißen Brüste quellenHervor aus dem Schletergewand.
Sie drückt mich und sie preßt mich,Und thut mir fast ein Weh; —Du drückst ja viel zu fest mich,Du schöne Wasserfee!
„Ich Press' dich in meinen Armen,Und drücke dich mit Gewalt;
Ich will bei dir erwarmen,
Der Abend ist gar zu kalt."
Der Mond schaut innner blasserAus dämmriger Wolkcnhöh';
Dein Auge wird trüber und nasser,Du schöne Wasserfee!
„Es wird nicht trüber und nasser,Mein Aug' ist naß und trüb,
Weil, als ich stieg aus dem Wasser,Ein Tropfen im Auge blieb."
Die Möwen schrillen kläglich,Es grollt und brandet die See; —Dein Herz pocht wild beweglich,Du schöne Wasserfec!
„Mein Herz pocht wild beweglich.Es pocht beweglich wild,
Weil ich dich liebe unsäglich,
Du liebes Menschenbild!"
IS.
Wenn ich an deinem HauseDes Morgens vorüber geh',So freut's mich, du liebe Kleine,Wenn ich dich am Fenster seh'.
Mit deinen schwarzbraunen AugenSiehst du mich forschend an:„Wer bist du, und was fehlt dir,Du fremder, kranker Mann?"
Heine'k Werke. I. Bd.