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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
75
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Die Heimkehr.

2.

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,Daß ich so traurig bin;

Ein Märchen aus alten Zeiten,Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,Und ruhig fließt der Rhein;

Der Gipfel des Berges funkeltIm Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzetDort oben wunderbar,

Ihr goldnes Geschmeide blitzet,Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme,Und singt ein Lied dabei;

Das hat eine wundersame,

Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen SchiffeErgreift eS mit wildem Weh;

Er schaut nicht die Felsenriffe,

Er schaut nur hinauf in die Höh'.

Ich glaube, die Wellen verschlingenAm Ende Schiffer und Kahn;

Und das hat mit ihrem SingenDie Lorelei gethan.

3.

Mein Herz, mein Herz ist traurig,Doch lustig leuchtet der Mai;Ich stehe, gelehnt an der Linde,

Hoch auf der alten Bastei.

Da drunten fließt der blaueStadtgraben in stiller Ruh';Ein Knabe fährt im Kahne,Und angelt und pfeift dazu.

Jenseits erheben sich freundlich,In winziger, bunter Gestalt,Lusthäuscr und Gärten und Menschen,Und Ochsen und Wiesen und Wald.