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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
57
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Lyrisches Intermezzo. 67

18.

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht,

Ewig verlornes Lieb! ich grolle nicht.

Wie du auch strahlst in Diamantenpracht,

Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht.

DaS weiß ich längst. Ich sah dich ja im Traum,Und sah die Nacht in deines Herzens Raum,

Und sah die Schlang', die dir am Herzen frißt,

Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist.

19.

Ja, du bist elend, und ich grolle nicht;

Mein Lieb, wir sollen beide elend sein.

Bis uns der Tod daS kranke Herze bricht,

Mein Lieb, wir sollen beide elend sein.

Wohl seh' ich Spott, der deinen Mund umschwebt,Und seh' dein Auge blitzen trotziglich,

Und seh' den Stolz, der deinen Busen hebt,Und elend bist du doch, elend wie ich.

Unsichtbar zuckt auch Schmerz um deinen Mund,Verborgne Thräne trübt des Auges Schein,Der stolze Busen hegt geheime Wund',

Mein Lieb, wir sollen beide elend sein.

20.

Das ist ein Flöten und Geigen,Trompeten schmettern drein;Da tanzt den HvchzcitrcigenDie Herzallerliebste mein.

Das ist ein Klingen und DröhnenVon Pauken und Schallmein;Dazwischen schluchzen und stöhnenDie guten Engelein.

21.

So hast du ganz und gar vergessen,

Daß ich so lang dein Herz besessen,

Dein Herzchen,"so süß und so falsch und so klein,Es kann nirgend was Süßres und Falscheres sein.