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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
43
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Junge Leide».

Siehst du nicht den Schleier wehen?

Siehst dn nicht das leise Nicken?

Dort seh' ich die Liebste stehen,

Feuchte Wehmut in den Blicken.

Ei, mein Freund, dort seh' ich nickenNur das Waldweib, nur die Liese;

Blaß und hager an den KrückenHinkt sie weiter nach der Wiese."

Nun, mein Freund, so magst du lachenUber des Phantasten Frage!

Wirst du auch zur Täuschung machen,

Was ich fest im Busen trage?

19.

LcbcnSgriitz.

Stammbuchblatt.

Eine große Landstraß' ist unsrc Erd',Wir Menschen sind Passagiere;

Man rennet und jaget, zu Fuß und zu Pferd,Wie Läufer oder Kuriere.

Man fährt sich vorüber, man nicket, man grüßtMit dem Taschentuch aus der Karosse;

Man hätte sich gerne geherzt und geküßt,

Doch jagen von hinnen die Rosse.

Kaum trafen wir uns auf derselben Station,Herzliebster Prinz Alexander,

Da bläst schon zur Abfahrt der Postillvn,lind bläst uns schon auseinander

20.

Wahrhaftig.

Wenn der Frühling kommt mit dem Sonnenschein,Dann knospen und blühen die Blümlein ans;

Wenn der Mond beginnt seinen Strahlenlauf, -Dann schwimmen die Sternlein hinterdrein;

Wenn der Sänger zwei süße Auglein sieht,

Dann quellen ihm Lieder aus tiefem Gemüt;

Doch Lieder und Sterne und Blümelein,Und Äuglein und Mondglanz und Sonnenschein,Wie sehr das Zeug auch gefällt,

So macht's doch noch laug' keine Welt.