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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
11
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Zunge Leiden.

Du sprach sie schnell:Die Zeit ist karg,Ich zinnnre deinen Tvtcnsarg!"

Und als sie dies gesprochen kanm,

Zcrflvß das ganze Bild wie Schaum.

Es lag so bleich, es lag so weitRingsum nur kahle, kahle Heid';

Ich wußte nicht, wie mir geschah,Und heimlich schaudernd stand ich da.

lind nun ich eben sürdcr schweif',Gewahr' ich einen weißen Streif;

Ich eilt' drauf zu, und eilt' und stand,Und sich! die schöne Maid ich fand.

Ans weiter Heid' stand weiße Maid,

Grub tief die Erd' mit Grabeschcit.

Kaum wagt' ich noch sie anznschaun,Sie war so schön und doch ein Graun.

Die schöne Maid, die sputet sich,Sic summt ein Lied gar wunderlich:Spaten, Spaten, scharf und breit,Schaufle Grube tief und weit!"

Ich ging und nahete mich ihr,Und flüsterte: O sage mir,Du wunderschöne, süße Maid,

Was diese Grube hier bedeut't?

Da sprach sie schnell:Sei still, ich Hab'Geschaufelt dir ein kühles Grab."

Und als so sprach die schöne Maid,Da öffnet sich die Grube weit.

Und als ich in die Grube schaut',Ein kalter Schauer mich durchgrant;Und in die dunkle GrabesnachtStürzt' ich hinein und bin erwacht.

3.

Im nächt'gen Traum Hab' ich mich selbst geschaut,In schwarzem Galafrack und seidner Weste,Manschetten an der Hand, als ging's zum Feste,Und vor mir stand mein Liebchen, süß und traut.

Ich beugte mich und sagte: Sind Sie Braut?Ei! ei! so gratulier' ich, meine Beste!"

Doch fast die Kehle mir zusammenpreßteDer langgezogne, vornehm kalte Laut.