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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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65
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Biographie. 65

den Zauber der Natur, durch die Heiterkeit und deu Frohsinn desrheinischen Lebens völlig ausgeglichen.

Und über all dies bunte Leben ergoß der Mondschein der Romantiksein volles Licht!

Später kam Heine in die Schule der Berliner philosophischenWeltanschauung, in die Windrichtung der Hegelschen Philosophie undin die Goethe-Anbetung deS Nahelschen Salons hinein. Und es ent-spann sich in ihm der große Kampf zwischen der scharfen DialektikHegels und der mystischen Philosophie und romantischen Ästhetik derGebrüder Schlegel, der Kampf zwischen Phantasie, Sinnlichkeit undVerstand, drei Eigenschaften, die nur in harnionischer Vereinigungein reines Kunstwerk hervorbringen können, während sie bei Heinesich noch um die Oberherrschaft stritten, so daß je nach äußeren oderinneren Einflüssen bald diese, bald jene ans den Thron gelangte.

Es ist keine Frage, daß Heine in der Schule der Romantik ihrevorzüglichsten Lehren sich zu eigen gemacht und ihre Theorien sichangeeignet hat, insbesondere diejenige von der romantischen Ironie,obwohl er selbst gerade dies nicht unumwunden eingestehen will.

Es ist daher durchaus notwendig, daß wir seine Ansichten überdieses Schlagwort der Partei kennen lernen, wie er sie in seinemBuche über tue romantische Schule ausgesprochen. Indem er in denNovellen Ticcks die humoristische Ironie oder den ironischen Humorvon Goethe und Cervantes vereinigt findet, bemerkt er über diesenBegriff weiter: „Von dieser humoristischen Ironie ist viel bei unsdie Rede, die Goctheschc Kunstschule preist sie als eine besondere Herr-lichkeit ihres Meisters und sie spielt jetzt eine große Rolle in derdeutschen Litteratur. Aber sie ist nur ein Zeichen unserer politischenUnfreiheit, und wie Cervantes zur Zeit der Inquisition zu einerhumoristischen Ironie seine Zuflucht nehmen mußte, um seine Ge-danken anzudeuten, ohne den Familiären des heiligen Offiz eine faß-bare Blöße zu geben, so Pflegte auch Goethe im Tone einer humo-ristischen Ironie dasjenige zu sagen, was er, der StaatSminister undHöfling, nicht unumwunden auszusprechen wagte."

AuS diesen Andentungen schon wird man zweierlei erkennen,erstens daß er in denselben eine oratio xro ctorno, eine Art Selbst-verteidigimg gab, zweitens und hauptsächlich, daß der Begriff derromantischen Ironie sich ihm unter den Händen zur humoristischenIronie erweiterte.

Wir haben bereits die klare Definition Solgers über den Begriffder Ironie mitgeteilt; die Ansichten Heines über dieselbe stützen sichzum Teil wörtlich auf die Ausführungen Solgers, die er eifrig las;nicht minder wichtig ist für das Verständnis der Ideen Heines SolgcrsErklärung der falschen Ironie.

Nachdem er zunächst davor gewarnt hat, einen untergeordnetenHein e"S Werke. I. Bd. (Biographie.) 5